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RAD im Pott Sommer 2002 Im Pott

Mülheim vor Essen und Duisburg -- Oberhausen abgeschlagen

AOK testet Städte auf Fahrradfreundlichkeit

"Vigo!", das Magazin der AOK Rheinland, hat 30 Städte im Rheinland (und nur dort!) auf ihre Fahrradfreundlichkeit hin getestet. 30 Hobbyradler hat man dabei durch die jeweiligen Innenstädte radeln lassen. Ob dieser Test mit den früher bereits erfolgten Fahrradklimatests des ADFC sowie der Stiftung Warentest vergleichbar ist bzw. einer wissenschaftlichen Untersuchung standhalten würde, sei einmal dahingestellt. Die Testergebnisse jedenfalls scheinen sowohl in den Benotungen wie auch in der daraus resultierenden Platzierungsreihenfolge ausgesprochen subjektiv ausgefallen zu sein. Vielleicht hätte die AOK Rheinland zusätzlich zu dem Test auch seine zahlreichen Mitglieder befragen sollen.

Immerhin belegt Mülheim mit einer Gesamtnote von 1,8 den zweiten Platz (der Gesamtsieger Troisdorf hat die gleiche Note). Essen findet sich mit der Gesamtnote von 2,6 überraschend auf Rang 7 knapp vor Duisburg wieder, welches mit der Note 2,7 auf Platz 11 liegt. Oberhausen dagegen -- und das ist eine eher negative Überraschung -- liegt mit der Gesamtnote 3,5 weit abgeschlagen auf Platz 22. Die fahrradfeindlichsten Städte sind nach Ansicht der AOK-Tester Remscheid (4,1) und Heiligenhaus (4,2).

Bewertet wurden die Erreichbarkeit (Anzahl der Radwege, Kennzeichnung und Leitsysteme), der Komfort (Abstellmöglichkeiten an Behörden und Freizeitzielen, Beschaffenheit der Radwege, Nutzungsmöglichkeiten von Fußgängerzonen und Einbahnstraßen) sowie die Sicherheit (Unfallgefahr, Vorhandensein von Radwegen an Schulen und Kindergärten, Breite und Beleuchtung der Radwege).

In Sachen Erreichbarkeit (= 30% der Gesamtnote) erhält Mülheim mit Troisdorf die Note 1,8. Nur Leverkusen ist hier mit 1,7 noch besser. Essen folgt mit der Note 2,0 auf Rang 4. Duisburg ist mit einer 2,5 (Platz 11) bewertet worden, Oberhausen erzielt mit der Note 3,0 und Platz 14 hierbei noch sein bestes Ergebnis. Schlusslicht mit der Note 4,7 ist Heiligenhaus.

Beim Komfort (= 25%) liegt Mülheim mit einer 1,5 unangefochten an der Spitze, Essen befindet sich mit der Note 2,2 (gemeinsam mit Ratingen) auf Rang 5. Und während Duisburg mit der Note 3,2 bereits schon auf Platz 18 liegt, findet man Oberhausen mit der Note 3,5 wieder weit hinten auf Platz 25. Den schlechtesten Komfort für Radfahrer bietet Remscheid mit einer glatten 5,0.

Dem Punkt Sicherheit haben die AOK-Tester mit 45% der Gesamtbewertung die größte Bedeutung beigemessen. Hier liegt Mülheim mit der Note 2,0 wieder hinter Troisdorf (1,7) auf Rang 2. Duisburg liegt bei diesem wichtigen Punkt mit einer Note von 2,7 auf Platz 5 und damit vor Essen, das sich mit der Note 3,2 dieses mal weiter hinten auf Platz 17 befindet. Oberhausen liegt mit der Note 3,8 noch weiter hinten auf Platz 23. Wülfrath bildet in dieser Rubrik mit der Note 4,3 das Schlusslicht.

Auch wenn der Test keinen Anspruch erhebt, repräsentativ zu sein, so wecken diese Ergebnisse doch erhebliche Zweifel an der Zweckmäßigkeit der gewählten Methodik. Vor allem die sehr gute Bewertung von Mülheim im Vergleich zur extrem schlechten Benotung von Oberhausen erscheint doch recht seltsam. Das gilt auch für die überraschend gute Platzierung der ehemaligen "Rostige Speiche"-Stadt Essen. Natürlich hat sich hier in den vergangenen Jahre etliches getan. Aber bei dem riesigen Nachholbedarf und der langsamen Umsetzungsdauer in Essen -- von den gegenwärtigen Blockaden der CDU gegenüber dem Radverkehr einmal ganz zu schweigen -- erscheint die Benotung mit einer 3+ dann doch etwas zu sehr geschönt.

Wie auch immer man den Test bewerten mag, es gibt in allen beteiligten Städten beim Radverkehr noch außerordentlich viel zu tun. Politik und Verwaltung sollten sich jetzt nicht ausgerechnet wegen dieses Testberichtes zurücklehnen und die weitere Förderung des Radverkehrs einstellen!

AHE / J.B.

Die kompletten Testergenisse finden sich im Internet unter: www.vigo-rheinland.de


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2002.
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