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RAD im Pott Sommer 2002 Jubiläum im Pott

In 10 Jahren 40 Ausgaben mit 1576 Seiten fertiggestellt

Jubiläum für die RAD im Pott

Mit der vorliegenden Sommerausgabe wird unsere Fahrradzeitschrift "RAD im Pott" zehn Jahre alt. 40 Ausgaben mit insgesamt 1576 Seiten wurden in diesem Zeitraum fertiggestellt. Davon waren 595 Seiten Lokales aus Duisburg, Essen, Mülheim und Oberhausen, 528 Seiten Allgemeines (Im Pott, Radtouren usw.) sowie 453 Seiten Anzeigen. Ungezählt sind hingegen die Stunden, die zur Herstellung in all diese Hefte investiert wurden -- ehrenamtlich versteht sich.

Um die Anfänge der RAD im Pott darzustellen, bedarf es eines Rückblicks in die Vereinsgeschichte des ADFC. Bis 1991 gab es in NRW neben dem Landesverband die Bezirksverbände sowie etliche Ortsgruppen. Duisburg, Oberhausen und Mülheim gehörten zum Bezirksverband Düsseldorf, Essen dagegen zu Dortmund. Der Bezirksverband Düsseldorf gab damals die Mitgliederzeitschrift "Radsam" heraus -- langjährige ADFC-Mitglieder werden sich erinnern -- während aus Dortmund die "FahrRad" kam. Letztere zeichnete sich dadurch aus, dass so gut wie nie etwas über Essen drin stand. In Essen selbst gab die EFI damals alle zwei Monate einen Rundbrief heraus, der neben der RAD im Pott auch heute noch erscheint.

Im Zuge einer Neustrukturierung erfolgte 1991 die Auflösung der Bezirksverbände. Viele Ortsgruppen avancierten zu offiziellen Kreisverbänden, so auch die in Duisburg bzw. in Oberhausen und Mülheim, wobei sich letztere zu einem gemeinsamen Verband zusammenschlossen. Die Essener Ortsgruppe lag zu diesem Zeitpunkt ziemlich danieder, so dass die dortigen ADFC-Mitglieder kommissarisch von Dortmund aus weiter betreut wurden. Erst Ende 1992 wurde auch in Essen ein ADFC-Kreisverband gegründet.

Die Initiative zur Herausgabe einer gemeinsamen Fahrradzeitschrift kam aus Duisburg und Oberhausen. Ende September 1991 gab es ein erstes Vorbereitungstreffen mit der Zielsetzung, im darauffolgenden Frühjahr das erste
musste man sich beim ADFC Duisburg erst einmal darüber einig werden, ob man
Heft herauszubringen. Allerdings gab es doch größere Probleme als gedacht. So
sich an einer Duisburger Umweltzeitung beteiligen wollte oder an der Fahrradzeitschrift. Auch die Namensgebung gestaltete sich recht mühsam. Zur Debatte standen Namen wie "Radzeit" -- etliche lokale ADFC-Zeitschriften heißen so -- "RADau", "Rückenwind" oder "Rad & Tat". Nur knapp konnte sich damals "RAD im Pott" durchsetzen.

Ende Juni 1992 war es dann aber soweit. Die erste "RAD im Pott" erschien mit 32 Seiten und einer Auflage von 2500 Heften. Nur wenige grundlegende Änderungen hat es seither gegeben. Relativ schnell wurde die Auflage erhöht, heute sind es 4000 Hefte pro Ausgabe. Die nachfragestarken Frühjahr- und Sommerhefte werden sogar in einer 4400er Auflage gedruckt. Auch die Seitenzahl hat sich erhöht, sie liegt abgesehen von der Winterausgabe inzwischen bei 48 Seiten. Zumindest äußerlich auffälliger war die 1996 erfolgte Umstellung der Umschlagseiten sowie der Radtourenübersichten in der Heftmitte von blauem auf hellgraues Papier.

Relativ wenig geändert hat sich bei der Herstellung der RAD im Pott die Arbeitsweise. So gilt es die Ansprüche von vier Städten unter einen Hut zu bringen. Das beginnt mit der Platzierung einer jeden Stadt im Heft. Mittels Rotation wird hierbei versucht, allen gerecht zu werden. Immer wieder gibt es auch mehr Texte als Platz vorhanden ist; es muss also selektiert bzw. gekürzt werden. Dabei gilt es darauf zu achten, dass kein Text sinnentstellt wird bzw. kein Autor sich "über den Tisch gezogen" fühlt.

Leider ziehen sich seit etlichen Jahren -- sehr zur "Freude" des Redaktionsteams -- die Layoutsitzungen bis weit nach Mitternacht. Lag dies bis zum vorletzten Jahr auch noch an dem unzuverlässigen Redaktionscomputer, sind es neben den oben genannten Befindlichkeiten "nur noch" verspätet vorliegende bzw. nicht fertiggestellte Texte, die das RiP-Team zur Verzweiflung bringen. Schwierig wird es dann, wenn der entsprechende Autor beim Layout nicht zugegen bzw. nicht erreichbar ist. Die Redaktion wird allerdings mit Beginn der zweiten Dekade "durchgreifen": Texte, aber auch Radtourentermine, die nicht fristgerecht und vollständig bis zum jeweiligen Redaktionsschluss vorliegen, werden ab sofort nicht mehr berücksichtigt.

Ein Schwerpunkt der RAD im Pott ist immer die lokale Radverkehrspolitik gewesen, hinzu kommen Informations- und Servicethemen zu allen möglichen Bereichen. Dabei wird natürlich auch immer wieder über den eigenen Tellerrand hinaus geschaut. Für viele Leserinnen und Leser sind jedoch vor allem die Radtourenseiten mit ihren vielen Terminen die zuerst gelesenen Seiten.

Die RAD im Pott wird natürlich nicht nur von ADFC-Mitgliedern (denen die RiP übrigens kostenlos ins Haus geliefert wird) gelesen, sondern auch intensiv von Politik und Verwaltung. Das zeigen entsprechende Reaktionen, die es vor allem dann gibt, wenn sich mal wieder jemand durch einen kritischen Beitrag auf den Schlips getreten fühlt. Bemerkenswert ist, dass sich seit Erscheinen der RAD im Pott in den beteiligten Städten beim Radverkehr doch so einiges zum Positiven hin verändert hat. Essen, Mülheim und Oberhausen sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft "Fahrradfreundliche Städte" geworden. Allerdings sollte man dabei den Einfluss unserer Fahrradzeitschrift nicht überbewerten, denn es gibt gerade in jüngster Zeit etliche Rückschläge, die selbst durch eine Veröffentlichung in der RAD im Pott nicht verhindert werden konnten.

Die meisten Hefte der RAD im Pott werden in den ADFC-Infoläden, in Fahrradläden usw. zur kostenlosen Mitnahme ausgelegt und sind dort oftmals nach nur wenigen Tagen vergriffen. Die erscheinenden Anzeigen ermöglichen eine weitgehend kostenneutrale Herstellung der Zeitung. Nur einige Male mussten die beteiligten ADFC-Verbände Geld zuschießen. Derzeit ist das Anzeigenaufkommen zwar ausreichend, die beteiligten Städte werden aber nicht umhin können, sich verstärkt um weitere Anzeigen zu bemühen!

Insgesamt gesehen hat sich die RAD im Pott mit ihrem Themenmix zu einer kleinen, aber durchaus akzeptablen Fahrradzeitschrift gemausert. Und das soll natürlich so bleiben -- auch in den nächsten zehn Jahren!

Jörg Brinkmann


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Sommer 2002.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de