<< Radtouren Herbst 2002 zurück zur Jahresübersicht Fahrradtaxen im Einsatz >>


RAD im Pott Herbst 2002 Essen

Stadt Essen will neue Radrouten realisieren

Radeln auf ehemaligen Bahntrassen

Auf Initiative der GRÜNEN-Ratsfraktion kam es kurz vor der Sommerpause zu einem gemeinsamen Antrag mit CDU und FDP, um die Umwandlung alter Bahntrassen in Rad- und Gehwege voranzubringen. In Zusammenarbeit mit dem Amt Grün und Gruga (früher Grünflächenamt) sowie EFI und ADFC war es gelungen, alle (!) nicht mehr genutzten Bahntrassen auf ihre
Foto der Radroute im Schnee
Die neue Radroute zum Revierpark Nienhausen verläuft parallel zur Emscherpark-Museumseisenbahn
Fahrradtauglichkeit hin zu untersuchen und einer Bewertung zu unterziehen. Dabei spielten die Kriterien "Netzlückenschluss" und "Alltagstauglichkeit" eine besondere Rolle.

Hintergrund und Anlass der Initiative war der Umstand, dass die CDU seit ihrer Machtübernahme im Herbst 1999 den weiteren Ausbau des Hauptroutennetzes nahezu zum Erliegen gebracht hat. Ausbauplanungen werden zurückgestellt, Radfahrstreifen sind mittlerweile nicht mehr nur auf Hauptverkehrsstraßen absolut tabu, und Fahrradstraßen werden nur noch auf besonderen Wunsch einzelner Bezirksvertretungen eingerichtet.

Da die Essener CDU trotz vieler Gespräche in diesem Punkt unbeweglich blieb, vor allem aber um nicht einen drohenden Rausschmiss aus der "Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Stadt" zu riskieren, wurde nach einem Konsens gesucht, um wenigstens noch irgendetwas an Fahrradförderung vorweisen zu können. Dieser wurde mit dem Bahntrassenprogramm gefunden, wohl wissend, dass das eigentliche Hauptziel der Arbeitsgemeinschaft, mehr den Alltagsradverkehr als den Freizeitradverkehr zu fördern, damit nur bedingt erfüllt wird. Doch die gefundenen Trassen nutzen sowohl den Alltags- wie auch den Freizeitradlern.

Bislang wurden in Essen auf stillgelegten Bahntrassen etwa 28 Kilometer gemeinsame Rad- und Gehwege geschaffen. Die bekanntesten dürften sein:

In den beiden letzten Jahren wurden fertiggestellt:

Foto der Trasse der S9
Links neben der Trasse der S9 ist ausreichend Platz für die Radroute zwischen Altendorf und Borbeck.
Übrigens ist letztgenanntes Teilstück bis zur Stadtgrenze Gelsenkirchen gerade erst im Juli dieses Jahres freigegeben worden.

Die folgenden Strecken haben nunmehr Aufnahme in die Liste gefunden:

Priorität 1 = hohe Dringlichkeit:

Priorität 2 (mittlere Dringlichkeit)

Priorität 3 (geringe Dringlichkeit):

Auf Wunsch der Politik wird die Verwaltung noch die folgende Radtrasse zur Prüfung in die Liste aufnehmen:

Bleibt zu hoffen, dass möglichst bald auch Taten folgen, denn der Ratsbeschluss beinhaltet noch nicht die konkrete Umsetzung der jeweiligen Radtrassen-Projekte. Die Verwaltung ist zunächst beauftragt, anhand der Liste die Realisierung der Einzelmaßnahmen voranzutreiben. Erst danach wird sich zeigen, ob CDU und FDP auch tatsächlich zur Realisierung dieser Radtrassen stehen. Den ersten Schritt haben sie immerhin gemacht!

J.B.


<< Radtouren Herbst 2002 zurück zur Jahresübersicht Fahrradtaxen im Einsatz >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2002.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de