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RAD im Pott Herbst 2002 Duisburg

Schon wieder: ADFCler unterwegs

Aktivenjagd ins Velo(d)rama

Es war mal wieder soweit: der ADFC Duisburg lud zur alljährlichen Aktiventour und 17 Mitglieder fühlten sich berufen mitzufahren.

Ein interessantes Niederrheinprogramm hatte sich Torsten Seithe einfallen lassen, um die anspruchsvollen VereinskollegInnen zufrieden zu stellen. Auf dem Programm stand am Samstag die Fahrt von Duisburg nach Kleve, wo im Schloß Gnadenthal übernachtet wurde. Am nächsten Tag ging es weiter nach Nijmegen, wo der Besuch des Fahrradmuseums "Velorama"
Foto des Eingangs zum Fietsmuseum Velorama mit Radfahrergruppe
natürlich Pflicht war. In Emmerich stand dann ein Zug bereit für die restlichen Kilometer zurück nach DU.

So weit das offizielle Programm -- und die Realität? Es begann mit dem Warten an der Ruhrorter Schifferbörse auf die noch fehlenden Aktivisten und dem unvermeidlichen (Start)gruppenfoto, das natürlich genau dann gemacht werden musste, als eigentlich endlich alle abfahrbereit waren ... Wider Erwarten begab sich die Gruppe dann doch noch auf den Weg. Tourenleiter Torsten gab das Tempo vor und nachdem einer der Hinterherhechelnden mal zu Atem kam, wurde leiser Protest geäußert am "mörderischen" Tempo: "Geht das nicht ein bißchen langsamer ?" Ging es natürlicher, wurde halt nur noch ein 19er statt eines 20er Schnittes gefahren -- das allgemeine Aufatmen hielt sich in Grenzen. Vielleicht war das ja auch schon das Ausscheidungsfahren für das neue Projekt "Feuerabend" für junge, schnelle FahrerInnen (dazu an anderer Stelle mehr!). Und die, die nicht schnell genug hinterher kamen, wurden vom letzten Mann gezielt nach vorne getrieben.

So kam man nach Xanten, wo einige neu hinzugestoßene MitradlerInnen schon warteten und erst mal gut getafelt wurde. Welch tiefere Bedeutung es hatte, dass ausgerechnet der Tourenleiter sein Essen als allerletzter bekam, darüber kann man trefflich spekulieren. Jedenfalls konnte er nicht zur Abfahrt blasen, bevor er sein Steak verzehrt hatte -- welch Glück! Die Bestechungsgelder für die Bedienung werden sich in Grenzen gehalten haben, schon deshalb, weil diese mit größeren Zahlen hoffnungslos überfordert waren. Nachdem auch der letzte gezahlt und sämtliche Differenzbeträge beglichen hatte (Danke, Manfred!), ging es endlich weiter.

Der nächste Stopp war in Kalkar, wo sich der Himmel verdüsterte und seine Schleusen pünktlich zur Kaffeepause öffnete. Die gutgemeinten Überredungsversuche des Tourenleiters, trotz des Regens weiterzufahren, überzeugten nur einen Teil der Gruppe. Der Rest blieb einfach im Eiscafé sitzen und radelte lieber hinterher. Also in zwei Gruppen Einlauf in Schloß Gnadenthal.

Nach dem "Einchecken" traf man sich zum (gut vorbereiteten) Grillen im Park. Jetzt allerdings schüttete es wirklich in Strömen und der erste Vortrupp musste erst mal auf Unterstützung von nachrückenden SchirmträgerInnen warten, bis der Nachschub sichergestellt werden konnte. Lauschig wurde unter einem großen Schirm gegrillt, während der Regen nur so strömte. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch, immerhin hatte man das Tagesziel trotz aller Widrigkeiten erreicht und keine Verluste zu beklagen. Und über die ungeahnten Vorteile eines Dreierzimmers könnte der Verfasser jetzt noch endlos schwelgen (die nächtlichen Bettgespräche wogen jedes überflutete Badezimmer mehrfach auf!), aber das sei den LeserInnen lieber erspart.

Also weiter am nächsten Morgen. Alle Räder waren noch da (trotz des unverschlossenen Schuppens) und auch das unvermeidliche Gruppenfoto dauerte nur halbe Ewigkeiten -- "Ich will nicht mit aufs Bild." -- "Du musst!"). Die nächste Etappe war nur kurz und langsam hatte der Tourenleiter auch begriffen, welches Tempo einer Aktiventour angemessen war. Über die grüne Grenze gelangte man in die Niederlande und gegen Mittag nach Nijmegen.

Nach einer Mittagspause zur freien Verfügung traf man sich beim "Velorama", einem Fahrradmuseum der besonderen Art. Die Geschichte des Rades und des Fahrradfahrens wird hier ausführlich dokumentiert und die gebuchte Führung war fachkundig und sehr ausführlich. Immerhin weiß mann jetzt, warum frau früher eigentlich gar nicht vor die Tür durfte ... Zum Glück haben sich die Zeiten geändert, auch wenn der ADFC Duisburg immer noch keine Quotenregelung erfüllt. Das ausgestellte Lastenrad (mit Holzschublade!) weckte einige Begehrlichkeiten, doch niemand traute sich zu fragen, ob man es denn gegen das Duisburger Lastenrad tauschen könne... Schweren Herzens und nach Erwerb einiger ausgefallener Plakate für die heimische Geschäftsstelle trennte man sich vom Museum und begab sich auf das letzte Teilstück.

Angesichts drohender Wetterverschlechterung verfiel der Tourenleiter wieder in längst überwunden geglaubtes Hetztempo, doch Widerstand war diesmal zwecklos. Nach einer flotten Fahrt über die niederländischen Deiche und mittels einer Fähre gelangte man nach Emmerich, wo der Zug nach Duisburg schon bereitstand. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen: 16 Schlaffis bestiegen die Bahn (nach schlappen 150 km in zwei Tagen), 1 aufrechter Liegeradler ließ sich nicht erweichen und fuhr die restlichen ca. 80 km mit seinem Gefährt (Toll, Jochen!).

Bei aller (nicht ganz ernst gemeinten) Kritik sei an dieser Stelle unserem Tourenleiter Torsten Seithe ein dickes Lob ausgesprochen für eine gut vorbereitete und sehr interessante Tour. Und wer die nächste Aktiventour plant, ist ja auch schon klar (oder, Günther ?). Es sei denn, der nebenbei entwickelte Vorschlag von Christian und Peter setzt sich doch noch durch: "Berühmte Arenen im Ruhrgebiet - vom Wedaustadion zur Arena auf Schalke". Wir werden es erleben !

pege


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2002.
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