Informationsreiche Metrorapid-Radtour
Hochinformativ war die Radtour entlang der geplanten Metrorapidtrasse
durch Mülheim und Essen Mitte Juli. Bemerkenswert (für die Veranstalter)
war zunächst der Umstand, dass aus den ursprünglich vorgesehenen zwei
Startpunkten in Mülheim und Essen vier wurden, denn auch in Duisburg und
in Mülheim-Styrum wurde gestartet, was jedoch erst nach Erscheinen der
letzten RAD im Pott festgelegt worden war.
Etwa 25 Teilnehmer ließen sich von Lothar Ebbers und Guido Berg (beide
gehören zur Contrarapid-Gruppe) an insgesamt 14 Haltepunkten umfassend
über das aberwitzige Vorhaben und dessen Auswirkungen vor Ort
informieren. Vielen wurde erst durch die Erläuterungen wirklich klar,
wie umfangreich die für den Metrorapid notwendigen Umbauten sein werden
und welche gravierenden Probleme dieses allein schon während der
Bauphase mit sich bringen wird -- nicht nur für den laufenden Zugverkehr.
Thema unterwegs war immer wieder die geradezu abenteuerliche
Finanzierung (welche eindeutig darauf hinausläuft, dass die zu
erwartenden Mehrkosten in Milliardenhöhe einzig und allein der
Steuerzahler wird aufbringen müssen), dann der mit Sicherheit nicht
einzuhaltende Zeitplan (Stichwort Fussballweltmeisterschaft 2006, von
deren Stadien die Trasse zudem kilometerweit entfernt liegt) und nicht
zuletzt die nach Inbetriebnahme des Metrorapids zu erwartenden
Einschränkungen des Zugverkehrs im Ruhrgebiet in Verbindung mit neuen
Umsteigezwängen. Und dies alles, damit ein Ministerpräsident sich ein
persönliches Denkmal setzen kann.
J.B.
Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2002.
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