<< Abenteuer in Thailand zurück zur Jahresübersicht Informationsreiche Metrorapid-Radtour >>


RAD im Pott Herbst 2002 Im Pott

NRW ist Radfahrland Nummer eins

Nordrhein-Westfalen ist unbestritten das Radfahrland Nummer eins. Das sagte der Leitende Ministerialrat Hans-Jürgen Schäfer zu Beginn seines Berichts über den Radverkehr in NRW im Verkehrsausschuss des Landtages. Für das Thema habe der Ausschuss einen guten Zeitpunkt gewählt, da der Bundestag gerade den nationalen Radwegeplan beschlossen habe. Das Fahrrad sei nicht nur ein echtes Verkehrsmittel, sondern auch ein Wirtschafts- und Umweltfaktor.

Schon in der Sommerpause wolle das Verkehrsministerium einen Radroutenplan ins Internet stellen, der nicht nur auf das Radwegenetz, sondern auch auf Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und Zugverbindungen hinweisen werde. In NRW werde eine einheitliche Wegweisung eingeführt. Alle 396 Kommunen und alle Bahnhöfe sollten angebunden werden. Dabei gehe es nicht nur um Radwege, sondern auch um das Abmarkieren von Fahrbahnteilen und die Öffnung von Einbahnstraßen. Von den geplanten 100 Radstationen seien 44 fertig, mit denen auch rund 400 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Behinderte geschaffen worden seien. Auch mit der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden sei viel erreicht worden.

Bundes- und Landesmittel sollen den Umstieg fördern

Erstmals hat die Bundesregierung im Haushalt 2002 einen eigenen Etat für den Bau von Radwegen an Bundesstraßen eingerichtet. Vom Gesamtvolumen in Höhe von 100 Millionen Euro bekommt NRW 10 Millionen Euro. Das teilte der Verkehrsminister dem Landtagsabgeordneten der Grünen Dr. Thomas Rommelspacher aus Essen auf dessen Anfrage mit.

Im Vorjahr seien 81 Kilometer Radwege an Bundesstraßen in NRW im Bau gewesen, davon seien 32 Kilometer fertiggestellt worden. An Landesstraßen seien im gleichen Jahr 71 Kilometer Radwege gebaut worden. Für 2002 seien 28 Radwege-Baumaßnahmen geplant. Das Land bezuschusse auch kommunale Projekte und habe dafür im Vorjahr 28 Millionen Euro gezahlt.

Aus: Landtag intern Juli 2002

43 Fahrradstationen in NRW in Betrieb

Von den 60 in der Bundesrepublik bestehenden Fahrradstationen befinden sich mehr als zwei Drittel in Nordrhein-Westfalen. 43 sind es derzeit (davon 33 mit der offiziell geschützen Bezeichnung "Radstation") und es werden immer mehr. In Köln und Neuss ist bereits der erste Spatenstich erfolgt, in Minden sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Wenn alles wie geplant verläuft, wird es Ende 2002 47 Fahrradstationen mit über 13.900 Stellplätzen geben. Damit wäre das Ziel des mittlerweile weit über die Grenzen von NRW hinaus bekannten Landesprogramms "100 Radstationen in NRW" fast zur Hälfte erreicht.

Trotz des verkehrspolitischen Erfolgs ist der dauerhafte wirtschaftliche Betrieb an manchen Standorten nicht gesichert. Hinzu kommt, dass es nach den Änderungen beim Job-Aqtiv-Gesetz für die Betreiber immer schwieriger wird, Personal über AB-Maßnahmen zu finanzieren.

Im Einzugsbereich der RAD im Pott gibt es derzeit vier Radstationen, in denen man sein Rad diebstahl- und wettergeschützt abstellen kann: Mülheim Hbf, Mülheim-Styrum, Oberhausen Hbf sowie Essen Hbf. Für die geplante Radstation am Altenessener Bahnhof ist bereits seit längerem die Finanzierung gesichert, seit einigen Monaten besteht nun auch Baurecht -- es hätte also schon längst los gehen können. Warum dies allerdings nicht geschieht, ist ein absolutes Rätsel. Dagegen schreitet die Realisierung der geplanten Radstation am Duisburger Hauptbahnhof nur äußerst zögerlich voran. Immerhin ist mit der Paritätischen Initiative für Arbeit (PIA) aus Mülheim ein potentieller und erfahrener Betreiber gefunden.

J.B.


<< Abenteuer in Thailand zurück zur Jahresübersicht Informationsreiche Metrorapid-Radtour >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Herbst 2002.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de