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| RAD im Pott Herbst 2002 | Im Pott |
Die kleinen kompakten Falträder finden in den letzten Jahren zunehmend Verbreitung. Falträder bieten besonders vielfältige Einsatzmöglichkeiten, was immer mehr Radler zu schätzen wissen.
Die Stärke liegt in der Kombination mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, die den Aktionsradius eines Fahrrades erheblich erweitern können. So lässt sich bei einem Ausflug problemlos die Rückfahrt mit Bus oder Bahn einplanen. Als Pendler kann man zum Bahnhof radeln, das Rad zusammengefaltet im Gepäcknetz des Zuges mitnehmen (kostenlos -- ohne Zusatzticket) und am Zielort weiter radeln. Auf diese Weise in einer anderen Stadt sofort mit eigener Kraft mobil zu sein, ist schon ein
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Aber auch für die Mitnahme im Auto sind Falträder gut geeignet. Das mühsame Beladen eines Dach- oder Heckträgern entfällt, sogar in Kleinwagen bringt man ein solches Rad unter. Bei der Parkplatzsuche ergeben sich ganz neue und oftmals preiswertere Möglichkeiten, da man das letzte Teilstück bis zum Zielort ohne großen Aufwand per Rad zurücklegen kann. Und selbst für die chronisch unter Platzmangel leidenden Segler und Camper sind Falträder ideal. Das gilt auch für Wohnungen ohne Keller als Abstellmöglichkeit -- ein Platz für ein Faltrad findet sich immer.
Stellt sich die Frage, welches Faltrad passt am besten zu mir. Denn die derzeit angebotene Modellpalette bietet ein großes Spektrum an Möglichkeiten. Dazu die wichtigsten Punkte:
Falträder hat es in der Geschichte des Fahrrades fast von Beginn an gegeben: Sind es zunächst bei Bedarf zerlegbare Hochräder, gibt es bereits kurz vor der Jahrhundertwende die ersten teil- bzw. zusammenklappbaren Fahrräder mit dem auch heute noch als Standardform gültigen Diamantrahmen. Während im Zivilbereich derartige Räder zunächst nur selten Anwendung finden, machte sich das Militär die Vorteile dieser Räder für seine Zwecke zunutze; im 2. Weltkrieg werden Falträder vor allem von Luftlandetruppen eingesetzt.
Erste kompakte Falträder hat es bereits in den 30er Jahren gegeben. Eine Episode ist die in den 60er Jahren beginnende "Klapprad-Welle": Klappräder sollen das konventionelle Fahrrad ersetzen, die Mitnahme im Auto steht im Vordergrund. Die zumeist qualitativ minderwertigen und bezüglich ihrer Fahreigenschaften unberechenbaren Räder bringen es für kurze Zeit sogar auf einen Marktanteil von 50%. Wirklich kompakt klappen kann man sie nicht, zudem sind sie recht schwer. Bereits Ende der 70er Jahre hat es daher wieder "ausgeklappt". Ganz bewusst ist daher heute nicht mehr von Klapprädern die Rede, denn hinter den Falträdern steckt schließlich eine ganz andere Philosophie -- sowohl was Einsatzzweck als auch Qualität betrifft.
Die Renaissance der Falträder beginnt Mitte der 60er Jahre in England mit dem Moulton mit teilbarem Rahmen. Im Gegensatz zu den Klapprädern weist das Moulton sehr gute Fahreigenschaften auf. Der Gitterrohrrahmen lässt sich -- leider sehr umständlich -- mit Hilfe von Drehbolzen in zwei Teile zerlegen,. Das Rad ist voll gefedert und wird sogar in einer renntauglichen Version angeboten. Das Moulton ist nach etlichen Unterbrechungen auch heute noch erhältlich, wenn auch zu enormen Preisen. Sehr schwierig ist die Ersatzbeschaffung beispielsweise für die ungewöhnliche 17 Zoll-Bereifung.
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Dann macht sich die inzwischen doch immer besser werdende Konkurrenz bemerkbar. 1989 jedenfalls ist Schluss.
Diese Konkurrenz besteht vor allem in dem seit 1981 produzierten Brompton, heute beinahe selbst schon ein Klassiker. Nach etlichen Schwierigkeiten in den ersten Produktionsjahren ist das Brompton heute eines der meist verkauften Falträder. Seit 1990 in Deutschland auf dem Markt wird es 1997 vom ADFC sogar zum "Fahrrad des Jahres" gekürt.
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Die aktuelle Modellpalette des Brompton findet sich in der nachfolgenden Übersicht, welche alle gängigen in Deutschland erhältlichen Falträder enthält. Natürlich ist die weltweite Modellpalette sehr viel breiter gefächert, darunter auch etliche Exoten, die zum einen in allerkleinsten Stückzahlen produziert werden, zum anderen in Deutschland -- wenn überhaupt -- nur unter großen Schwierigkeiten zu bekommen sind (Auflistung in alphabetischer Reihenfolge).
Die Modelle Batavus Versa und Hercules Carbike sind baugleich. Ihr edel wirkender Aluminiumrahmen (poliert u. gebürstet) weist eine ähnlich gebogene Form auf wie der des Brompton, wird jedoch in der Mitte gefaltet. Die weitere Daten: 4-Gang Shimano Nexus Schaltung, Zahnriemenantrieb, 16"-Räder, gefederter Hinterbau, Gewicht ca. 13,8 kg. Das Rad ist mit Lichtanlage, Gepäckträger, Schutzblechen und Faltpedalen relativ komplett ausgestattet. Faltmaße ca. 71x61x32 cm. Kostenpunkt 999,- €.
Das Batavus Verso gibt es auch preiswerter mit Kettenantrieb (939,- €) sowie mit einer 3-Gang-Schaltung von Shimano (729,- €), in letzterer Version dann auch mit Stahlrahmen für 589,- €.
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Die Falträder von Bernds zeichnen sich durch eine geradlinige, nahezu kreuzförmige Rahmenform aus Stahl aus. Aufgrund ihrer Solidität und der 20-Zoll-Rädern weisen sie sehr gute Fahreigenschaften auf, der Hinterbau ist über ein Elastomer-Federelement gefedert. Gefaltet wird das Rad über das Drehgelenk der Hinterradschwinge. Die in der Höhe individuell
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Gegen Aufpreis kann man die Bernds-Falträder auch mit Lichtanlage, Gepäckträger (mit Rollen zum Transport des Rades), KlickFix- oder Brompton-Transportsystem, Faltpedalen usw. ausstatten.
Das von "Riese und Müller" gebaute Birdy hat in den 90er Jahren neben dem Brompton maßgeblich für den Durchbruch von Falträdern in Deutschland beigetragen. Markant ist das große, waagerecht angeordnete Zentralrohr aus Aluminium. Auch das Birdy gilt als ein Rad mit guten Fahreigenschaften und ist durch die geschobene Vorderradschwinge und das Elastomer-Federelement hinten vollgefedert. Die Drehgelenke hierfür dienen gleichzeitig als Faltgelenk, zusätzlich sind Vorbau und Lenker klappbar. So erreicht das Birdy ein recht kompaktes Faltmaß von 78x56x26 cm. Eher ungewöhnlich ist die Rädergröße mit 18 Zoll. Fünf Modelle gibt es derzeit:
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Auch beim Birdy gibt es Beleuchtungsanlage, Gepäckträger, Schutzbleche oder Tasche optional gegen Aufpreis.
Beim Klassiker Brompton gibt es seit 2001 eine neue Modellgeneration. Vor allem der Konkurs von Sturmey-Archer hat das Angebot an Schaltungen reduziert. Derzeit gibt es die Sram 3-Gang-Nabenschaltung sowie eine 6-Gangschaltung. Bei letzterer handelt es sich um die 3-Gangschaltung, zusätzlich versehen mit 2 Ritzeln, welche wie eine Kettenschaltung betätigt werden.
Brompton-Falträder sind in punkto Faltmaß mit 57x55x25 cm bislang das Maß und weisen, trotz der nur 16-Zoll großen Bereifung, gute Fahreigenschaften auf . Der leicht gebogene Rahmen ist aus Stahl, der
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Die Standardfarben für das Brompton sind schwarz, rot-schwarz und dunkelgrün. Gegen Aufpreis gibt es das Rad neuerdings auch in gelb, elfenbein oder blau. Als Zubehör gibt es z.B. eine verlängerte Sattelstütze bzw. Teleskopsattelstütze, diverse Gepäckrahmen sowie Taschen.
Dahon, eigentlich aus den USA stammend, produziert seit Anfang der 80er Jahre in Taiwan und gilt heute stückzahlenmäßig als der größte Anbieter in diesem Metier. Die im Verhältnis zu anderen Anbietern recht preiswerte Angebotspalette ist fast schon unüberschaubar, hervorgerufen auch durch ständig wechselnde Modelle.
Grundsätzliches Merkmal der Dahon-Modelle sind die in der Mitte
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1) Piccolo, Presto, Impulse, Helios, 2) Vivo und Speed sowie 3) Roo
Das Modell Roo ist auch mit einem Elektro-Hilfsantrieb für 1299,- € erhältlich.
Das Faltrad von DiBlasi ist schon recht lange auf dem Markt. Aufgrund seines sehr kurzen Radstands sind die Fahreigenschaften nichts für längere Strecken, zudem ist das Rad recht schwer. Gefaltet wird das
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Zwei 16"-Räder sind im Angebot (Faltmaß 85x22x60 cm, Gewicht 14,7 kg): mit 5-Gang-Kettenschaltung für 530,- € (in Edelstahlausführung 700,- €), mit 3 Gang-Rücktrittnabe für 570,- €. Hinzu kommt ein 20"-Rad (Faltmaß 79x26x71 cm, 16,4 kg) mit 7-Gang-Kettenschaltung für 590,- €.
Interessant für Menschen, die Probleme mit der Bewegungsmotorik haben, aber dennoch nicht auf die Vorteile eines Faltrades verzichten wollen,
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Eine interessante Konstruktion ist das Giant Halfway mit seiner nur einseitigen Vorder- und Hinterradgabel. Das kann die Radmontage enorm erleichtern. Zu falten ist der leider nicht gefederte Aluminiumrahmen in der Mitte, wobei die Verschlussmechanik hierbei einen soliden Eindruck hinterlässt. Als unzureichend sind der Verstellbereich von Lenker und
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Ein Blickfang ist das in diesem Jahr auf den Markt gebrachte Handy-Bike. Es sieht aus wie eine Mischung aus Scooter und Faltrad. In der Tat wird es vom Hersteller auch als solches für den Einsatz von innerstädtischen Kurzstrecken (1-2 km) deklariert. Besonders klein sind die Räder, weisen
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Zusammengefaltet wird das Handy-Bike in drei Schritten, wobei Sattelstütze und Lenker nach hinten weggeklappt werden. Das Faltmaß
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Jörg Brinkmann
In der Redaktion sind in den vergangenen Monaten etliche Erfahrungsberichte über Falträder eingetroffen, für die in dieser Ausgabe leider kein Platz mehr zur Verfügung stand. Die Berichte sind zunächst auf der Internetseite der RAD im Pott zu finden, die interessantesten davon werden in den kommenden RiP-Ausgaben enthalten sein (www.vuz-essen.de/rip/).
Wer mehr zum Thema Falträder erfahren will, dem sei das Buch "Das Modul-Bike" von Gunnar Fehlau (Delius Klasing Verlag, ISBN 3-89595-113-7) empfohlen. Es ist zwar nicht mehr das allerneueste (von 1996), aber als Standardwerk nach wie vor äußerst informativ.
Ansonsten möchte ich mich für die Unterstützung bei der Erstellung der
Fotos sowie beim Zusammentragen der Informationen ganz herzlich bedanken
bei den Firmen Bernds, IKO-Sportartikelhandel und Tri-Mobil sowie bei
Volker Gardain, Udo Gödesmann, Andreas Hertrich, Fred Hey, Bernhard und
Elisabeth Lange-Seemann, Sebastian Leske, Gerlinde Scharner, Dietmar
Schruck, Rüdiger Sang und Hilmar von dem Bussche.
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