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RAD im Pott Frühjahr 2002 Mülheim / Oberhausen

Neue Straßenbahnverbindung bringt Radverkehr auf Abwege

Die Stadt Oberhausen plant seit einigen Jahren den Ausbau ihres Straßenbahnnetzes. Als zweite Strecke ist eine rund 2,2 km lange Verbindung zwischen der Kreuzung Mülheimer Straße/Danziger Straße (Abzweig der Linie 112) und Mellinghofer Straße/Denkhauser Höfe/ Zechenbahn (Anschluss an die Linie 102) in Mülheim-Dümpten vorgesehen. Die Trasse führt entlang der Danziger Straße und des Grünen Weges und wird bis auf ein kurzes Teilstück auf der Mellinghofer Straße als separater Bahnkörper angelegt. Auf der neuen Strecke sind drei Haltestellen vorgesehen: Grüner Weg, Wehrstraße und Straßburger Straße. Diese erhalten jeweils 60 m lange Mittelbahnsteige. Der Baubeginn ist für nächstes Jahr angekündigt, die Inbetriebnahme Ende 2004. Zur Zeit läuft das Planfeststellungsverfahren.

Der ADFC begrüßt den Bau dieser Straßenbahnstrecke. Der öffentliche Nahverkehr zwischen Oberhausen und Dümpten wird damit deutlich verbessert. Bei den Planungen hat man jedoch offenbar an die Belange des Radverkehrs nur ungenügt gedacht. So bringt die neue Straßenbahnverbindung den Radverkehr auf Abwege.

Die Danziger Straße/Zechenbahn stellt derzeit die schnellste Verbindung zwischen dem Oberhausener Zentrum und Mülheim-Dümpten dar. Sie verläuft fast geradlinig und hat auf der gesamten Länge beidseitige kombinierte Fuß- und Radwege. Da es wenig Fußverkehr gibt, können Radfahrer/innen zügig vorwärts kommen. Dies würde sich nach dem derzeitigen Planungsstand ändern. Die neue Straßenbahntrasse wird mit einer Regelbreite von 7,20 m sehr viel Platz beanspruchen. So werden nicht nur die Fahrbahnen auf der Danziger Straße auf das Regelmaß reduziert, sondern auch der Radverkehr Richtung Mülheim auf die westlich angrenzenden Anliegerstraßen verbannt. Dort soll ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen, der für Radfahrer/innen Schrittgeschwindigkeit (6 km/h) bedeuten und an den Knotenpunkten neue Gefahrenstellen schaffen würde. Der ADFC schlägt deshalb vor, die Anliegerstraßen in Fahrradstraßen umzuwandeln und zur Sicherheit die vorhandenen Bürgersteige dort beizubehalten.

Soweit kombinierte Fuß-/Radwege vorhanden sind, werden diese auf der nördlichen Seite zwischen der Straßenbahntrasse und den angrenzenden Grundstücken geführt. Dies stellt hohe Ansprüche an die Ausgestaltung.

Positiv ist zu bemerken, dass der gefährliche freie Rechtsabbieger (Unfallschwerpunkt) an der Kreuzung Danziger Straße/Mülheimer Straße entfallen soll.

Auf Mülheimer Stadtgebiet soll der Radverkehr über den Grünen Weg geführt werden. Dieser wird hinter der Einmündung Magdalenenstraße für den Autoverkehr gesperrt und damit verkehrsberuhigt. Zwischen der Kreuzung Mellinghofer Straße/Denkhauser Höfe/ Zechenbahn und Mellinghofer Straße/ Grüner Weg soll auf der Nordseite ein Zweirichtungsradweg angelegt werden. Da die Mellinghofer Straße auf diesem Teilstück für die Tram verbreitert werden muss, regt der ADFC an, bei dieser Gelegenheit bereits die im Leitantrag "Fahrradfreundliche Stadt" vorgeschlagenen beidseitigen Radfahrstreifen zu markieren und den Überweg an der Kreuzung Mellinghofer Str. / Grüner Weg beizubehalten.

Auch im Bereich der Kreuzung Zechenbahn/Anschlussstelle A 40 könnte im Rahmen des Umbaus eine Verbesserung für den Radverkehr vorgenom- men werden. Dort kreuzt der Emscher-Park-Radweg die Straße Zechenbahn - heute noch mit zwei Ampelüberwegen. Mit einer Verlegung des Überweges auf die Nordseite der Kreuzung könnte der Radverkehr auf dieser überregionalen Route beschleunigt werden.

Der ADFC hat diese Anregungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens vorgebracht.


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2002.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de