<< Alltagsradler - Radfahren und Familie zurück zur Jahresübersicht Diskussion um Radwege Stadtwaldplatz und Heisinger Straße >>


RAD im Pott Frühjahr 2002 Im Pott

EFI-Sprecher vom LVR ausgezeichnet

Rheinlandtaler für Jörg Brinkmann

Zu Beginn dieses Jahres wurde in einer Feierstunde im Essener Rathaus dem Sprecher der Essener Fahrrad-Initiative (EFI) Jörg Brinkmann, der Rheinlandtaler verliehen. Diese Auszeichnung wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) einmal jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Förderung des Rheinlandes verdient gemacht haben. Die Ehrung war auf Vorschlag der GRÜNEN-Fraktion im LVR erfolgt.

Jörg engagiert sich seit beinahe zwei Jahrzehnten für den Radverkehr in Essen, dieses ehrenamtlich und in den vergangen Jahren unter dem Eindruck diverser schwerer Erkrankungen. 1982 hatte es ihn aus beruflichen Gründen von Wesel nach Essen verschlagen. Vom Niederrhein her eigentlich gewohnt, das Fahrrad als etwas ganz alltägliches anzusehen, geriet das extrem fahrradfeindliche Essen diesbezüglich zum Alptraum. Und so kam es, wie es kommen musste - er landete in der EFI.

Dort reifte er zum Organisator und Ansprechpartner bei vielen Aktivitäten von EFI und ADFC. Die Radverkehrspolitik wurde Hobby und Berufung gleichermaßen. Dabei in vorderster Front zu stehen ist allerdings nie sein Ding gewesen,
Ansprechpartner für Bürger sowie andere Verbände und Institutionen, mit denen
lieber agiert er im Hintergrund. Und dennoch dient er immer wieder als
EFI und ADFC zusammenarbeiten. Von Beginn an gehört er zum Redaktionsteam der "RAD im Pott", für die er inzwischen auch hauptverantwortlich zeichnet. Zudem verfasst er den Mitglieder-Rundbrief von EFI und ADFC.

Ein besonderes Anliegen sind ihm immer die EFI/ADFC-Radtouren gewesen. Doch gerade hierbei musste er angesichts der bereits erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurückstecken. Die Radtouren, durchgeführt an jedem ersten Sonntag zwischen Mai und Oktober und teilweise auch darüber hinaus, sind zum beliebten Aushängeschild avanciert. So mancher Fahrradmuffel hat über diese Touren interessante Strecken abseits von Hauptverkehrsstraßen kennen gelernt und dadurch die Liebe zum Radfahren wieder entdeckt.

Schwerpunkte der von Jörg in den letzten Jahren durchgeführten Radtouren bilden die während der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark geschaffenen neuen Radrouten und die vielen auf diesen Routen liegenden Attraktionen wie das Zechen- und Kokerei-Ensemble auf Zollverein, das Stahlwerk im Landschaftspark Duisburg-Nord, der Tetraeder auf der Halde Beckstraße in Bottrop, das Rheinelbe-Areal in Gelsenkirchen und vieles mehr, was das Ruhrgebiet so zu bieten hat.

Einmal abgesehen vom Radfahren ist Jörg mit seinem unerschütterlichen Optimismus während seiner Krebserkrankung sowie der sich anschließend jahrelang hinziehenden Dialysebehandlung auch für andere Betroffene ein Vorbild. Dies auch vor dem Hintergrund, dass er mit seiner -- jetzt hoffentlich besiegten -- Krankheit bis heute offen und selbstbewusst umgeht. Kurzum - Jörg Brinkmann ist in der Stadt der "Rostigen Speiche" unentbehrlich. Er hat sich den Rheinlandtaler weiß Gott redlich verdient.

Rolf Fliß


<< Alltagsradler - Radfahren und Familie zurück zur Jahresübersicht Diskussion um Radwege Stadtwaldplatz und Heisinger Straße >>


Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2002.
Für Nachfragen, Kommentare: RadImPott@freenet.de