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RAD im Pott Frühjahr 2002 Im Pott

Serie: Alltagsradler

Radfahren und Familie

Wir verzichten nicht auf ein Auto, obwohl wir keins besitzen. Autofahren ist für uns Energieverschwendung. Wir genießen es, Rad zu fahren. Für unterschiedliche Einsatzbereiche haben wir unterschiedliche Fahrräder. Mit Fahrrädern ist man in der Stadt häufig genauso schnell wie mit dem Auto, da man keinen Parkplatz suchen muss und direkt vor den Geschäften halten kann. Im Urlaub nehmen wir auf unseren Fahrrädern die Umgebung viel mehr wahr, als die Autofahrer, die an uns vorbeirauschen. Zu unseren Urlaubsorten fahren wir mit der Bahn, obwohl es oft nicht einfach ist, das ganze Gepäck, die Fahrräder und die Kinder im Zug zu verstauen.

Die Deutsche Bahn könnte ihren Service für Radfahrer bei weitem noch verbessern. Für die Fahrradmitnahme im Fernverkehr sieht es momentan nicht sehr gut aus, denn mit der Umstellung der Züge von InterRegios und Intercitys auf ICE fallen immer mehr Mitnahmemöglichkeiten weg. Mit dem Fahrradfahren muss man nicht mit dem ersten Babygeschrei aufhören. Unsere Tochter Maruja ist inzwischen acht Jahre alt und fuhr ab 14 Monaten in
verwendet, weil wir zu dem Ergebnis kamen, dass der Kindertransport im Anhänger
einem Fahrradhänger mit. Den bisher benutzten Kindersitz haben wir nicht mehr
viele Vorteile und mehr Sicherheit bietet. Als sie vier Jahre alt war, konnte sie auf ein Anhängerfahrrad umsteigen und damit auch zur Fortbewegung beitragen. Unser dreijähriger Sohn Linus bekam zur Geburt einen neuen, gefederten Anhänger. Wir montierten einen Autokindersitz hinein und konnten mit ihm ab seiner 6. Lebenswoche radfahren.

Unser Tandem ist das ideale Familiengefährt. So ist es für uns möglich, beide Kinder gleichzeitig auf dem Rad zu transportieren. Maruja sitzt hinten als "Heizer" und der Kinderhänger kann angehängt werden. Wobei wir Eltern auch gerne mal damit alleine unterwegs sind. Zur Erledigung unsere Einkäufe haben wir einen speziellen Lastenanhänger. So können auch größere Einkäufe mit dem Rad erledigt werden.

Wer viel mit dem Fahrrad in Duisburg unterwegs ist, weiß, dass vieles für den Radverkehr verbessert werden müsste.

Einer unserer Wünsche wären mehr Radfahrstreifen auf den Straßen; z. B. am Kalkweg. Mit dem Fahrradhänger kann auf dem holperigen Radweg dort nur ganz langsam gefahren werden. Zwar dürfen wir auch auf der Straße fahren, kaum ein Autofahrer weiß jedoch, dass Radwege ohne blaues Radwegeschild nicht benutzt zu werden brauchen und reagieren aggressiv, wenn wir auf der Straße fahren. Deswegen wählen wir mit Kinderhänger meist doch den schlechten Radweg. Der Zustand vieler Duisburger Radwege verwundert nicht, wenn man sich überlegt, dass Mitarbeiter der Stadt die Radwege nicht mit dem Fahrrad abfahren, um sie zu kontrollieren, sondern dies mit dem Auto erledigen

Torsten Seithe


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Dieser Artikel erschien in der RAD im Pott Frühjahr 2002.
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