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Rad im Pott Winter 2001 Mülheim

Nachrichten

Der schlagloch- und teerbuckelübersäte Radweg an der Mellinghofer Straße soll vorbehaltlich der politischen Zustimmung im Jahr 2002 saniert werden; der ADFC hat sich seit längerem dafür eingesetzt. Während demnächst die eine oder andere Sanierungsmaßnahme im städtischen Radverkehrsnetz durchgeführt werden dürfte, vernachlässigt der Landesbetrieb Straßen an den Mülheimer Landes- und Bundesstraßen in beispielloser Verantwortungslosigkeit seine Unterhaltungspflicht mit lapidarem Verweis auf fehlende Finanzmittel. So ist zum Beispiel auf dem Uhlenhorstweg auf den Radwegen das Radfahren wegen Baufälligkeit nicht gestattet. Anstatt die Radwege aufzuheben und so wenigstens die Benutzung der Fahrbahn zu gestatten, wird per Zusatzschild zum Absteigen (und Schieben oder Tragen?) aufgefordert.

Eine Projektgruppe der Gustav-Heinemann-Gesamtschule untersuchte die Erreichbarkeit der Schule per Rad und sieht u.a. in der Einrichtung von Schutzstreifen in der Nordstraße eine notwendige Verbesserung. Bislang endeten die Radverkehrsanlagen 500 m (!) vor der Schule. Die gemeinsamen Geh- und Radwege auf der Weseler Straße sind zwischen Emmericher Straße und Hansastraße fertiggestellt und ganz passabel, wenngleich die vorhandenen Grundstückszufahrten zumindest den Radweg auf der nördlichen Seite nicht ungefährlich erscheinen lassen.

Vor mehr als acht Jahren hat der ADFC alle Mitglieder des Planungsausschusses angeschrieben, um gegen die damals geplanten gemeinsamen Geh- und Radwege in der Prinzeß-Luise-Straße zu protestieren. Vor einigen Wochen wurde die vom ADFC kritisierte Planung baulich fertiggestellt, wobei bereits vorher (!) Beschwerden von Fußgänger über Radfahrer geäußert wurden. Durch die Beschilderung "Gehweg+Radfahrer frei" besteht allerdings die Wahlmöglichkeit, in Schrittgeschwindigkeit den Gehweg zu befahren oder regulär die Fahrbahn zu benutzen.

Die zur Zeit sehr marode Zinkhüttenstraße wird 2002 vollständig erneuert, wobei auf der Fahrbahn Schutzstreifen angelegt werden. Positives gibt es von der Saarner Straße zu melden, die 1992 vom ADFC ins Gespräch gebrachte und 1998 als Planungsbeschluss gefasste Umgestaltung der Saarner Straße soll möglichst im nächsten Jahr zwischen Kirchstraße und Duisburger Straße fortgesetzt und abgeschlossen werden.

Verbesserungen für den Radverkehr in der Innenstadt stehen und fallen hingegen immer noch mit dem mehrfach aufgeschobenen Konzept zur "Verkehrsführung westliche Innenstadt"; u.a. würden die Ruhrstraße, Leineweberstraße und Friedrich-Ebert-Straße am Ende eines mehrjährigen Baumarathons Radfahrstreifen erhalten. Viel konkreter ist dagegen eine kleine Verbesserung auf der Duisburger Straße im Bereich der Einmündung Haegerfeld. Hier ist eine vor einigen Jahren eingeführte radfahrer- und fußgängerfeindliche Signalschaltung im Rahmen eines Umbaus wieder aufgehoben worden, während an der Mühlenbergkreuzung und der Ruhrstraße Verlängerung der Grünzeiten nur im Zusammenhang mit dem Innenstadtumbau vage in Aussicht gestellt werden.

Hilferufe erreichten den ADFC bezüglich des unrühmlichen Endes des Fossilienweges an der Alten Straße. Für die Benutzer von (Behinderten-)Dreirädern, (Kinder-)Anhängern etc. ist dort wegen einer sehr engen Umlaufsperre und neuerdings gesetzter, zusätzlicher Zäune erst einmal Schluss, d.h. Sackgasse.

Fortsetzung folgt in loser, aber leider regelmäßiger Folge.

Radplan

Die Neuauflage des Mülheimer Radplans ist fertig. Leider kam sie doch noch einige Wochen später als geplant, dafür ist sie jetzt aber für 3,50 € (6,85 DM) in fast allen Buchhandlungen, Fahrradgeschäften, beim ADFC, den Radstationen
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und den städtischen Verkaufsstellen erhältlich. Die Kartengrundlage ist nach Aussage der Stadt deutlich aktueller als beim amtlichen Stadtplan und gibt in thematischer Hinsicht auch einen Ausblick auf geplante Radverkehrsanlagen. Das Kartenbild und Layout werden allgemein als übersichtlich und ansprechend bezeichnet, trotzdem ist der ADFC Oberhausen/Mülheim für jeden kritischen Hinweis dankbar.


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Winter 2001.
Für Nachfragen, Kommentare: Rad-im-Pott@gmx.de