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Rad im Pott Winter 2001 Duisburg

Critical Mass

Vor 9 Jahren startete die Idee in San Francisco, vor 4 Jahren kam sie dann nach Deutschland, genauer nach Berlin. Beiden Städten gemein ist die Tatsache, dass das Fahrrad zwar wichtiges Transportmittel ist, aber wenig Beachtung findet und die Radfahrerin und der Radfahrer "an den Rand" gedrängt werden.

Die Critical Mass hat für die TeilnehmerInnen verschiedene Bedeutungen: Einige wollen einfach nur Fahrrad fahren, nette Leute kennen lernen, Freunde /Innen treffen, die Stadt besser kennen lernen oder einfach Spaß haben. Für andere ist dies in erster Linie eine politische Veranstaltung. Sie wollen sich bemerkbar machen und sich nicht damit abfinden, dass die Städte dem Automobil untergeordnet werden. Sie wollen ihren Mitbürgern zeigen, dass es eine
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Alternative gibt "um seine Brötchen zu holen". Was für einige aussah wie eine Demonstration, ist für die Teilnehmer nur eine spontane Radtour. Während die vom ADFC organisierten Radtouren ins Grüne bewusst den Verkehr umgehen, wollen die Critical Mass-Teilnehmer hauptsächlich in der Stadt fahren. Aber organisieren will hier keiner. Keine große Organisation, die hier tätig ist, kein Verantwortlicher, alle fahren "auf eigene Kappe".

In der Spontaneität liegt dann auch für viele der Reiz. Alle Anwesenden der Touren sind sich aber einig: "Wir halten uns an die Verkehrsregeln". Vorwürfe, die Teilnehmer wollten nur den Verkehr behindern, werden selbstbewusst beiseite gefegt: "Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr." Wer sein Rad im Alltag benutzt, weiß, wie anstrengend und nervend es sein kann, sich im Verkehr zu behaupten. Da macht eine Tour in einer Gruppe, die nicht übersehen wird, mehr Spaß!

Wie in 220 anderen Städten der Welt trifft man sich auch in Duisburg an jedem letzten Freitag im Monat zu einer Radtour. Um 17.00 Uhr versammeln sich am Lebensretter die Radler, die dem Fahrrad wieder einen höheren Stellenwert in unserer Stadt geben wollen. Für Uli, eine der Mitfahrenden ist klar: "11.000 Radfahrer waren bei der letzten Duisburger Radwanderung unterwegs, viele von ihnen werden sich gute Vorsätze genommen haben. Jetzt können sie zeigen, dass es ihnen wichtig ist, mit dem Rad durch die Stadt zu fahren. Holt die Räder aus dem Keller, lasst das Auto in der Garage - radelt durch unsere Stadt".

Harald Höbusch

Kommende Termine: 30.11.2001 17.00 Uhr
28.12.2001 17.00 Uhr
25.01.2002 17.00 Uhr
jeweils am Lebensretter
egal ob es stürmt oder schneit!


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Winter 2001.
Für Nachfragen, Kommentare: Rad-im-Pott@gmx.de