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Rad im Pott Winter 2001 Duisburg

Fußgängerzonen und Radverkehr

Bis vor kurzen gab es mit Ausnahme der Königstraße in der Innenstadt nahezu keine Einkaufsstraße, die mit dem Rad befahren werden konnte. Dabei ist gerade dies ein gutes Beispiel zur Förderung des Radverkehrs. Wenn man mit dem Rad direkt bis an die Stätte seiner Einkäufe fahren kann, wird es sich mancher überlegen, ob er anstelle von Parkplatzsuche und anschließendem Fußweg nicht lieber gleich aufs Rad steigen soll. An vielen Stellen gibt es in den Einkaufsstraßen inzwischen geeignete Abstellmöglichkeiten für das Fahrrad. Auch das geplante Duisburger Veloroutennetz sieht vielerorts die Einkaufsstraßen als Wegstücke vor (s. auch S. 22). Die Stadtteilzentren gehören schließlich zu den Zielen, die mit dem Netz erschlossen werden sollen.

In jüngster Zeit kommt bei diesem Thema auch in Duisburg etwas in Bewegung. Der fußläufige Teil der Augustastraße in Homberg ist seit dem 6. November 2001 in
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Augustastraße in Homberg jetzt in beide Richtungen für Radfahrer freigegeben
beiden Fahrtrichtungen für den Fahrradverkehr freigegeben. "Damit wurde dem Wunsch vieler Bürger entsprochen, die Fußgängerzone mit dem Rad befahren zu dürfen", so die Begründung der Verwaltung. Äußerste Vorsicht ist am Ende der fast autofreien Oase beim Queren der Viktoriastraße geboten. An der Ecke rechnet (noch) niemand mit Radlern.

Die Ordnungshüter duldeten das Befahren der Fußgängerzonen in der Regel, auch in vielen anderen Stadtteilen. Bei Neu- oder Umplanungen von fußläufigen Einkaufsstraßen werden die Belange des Radverkehrs berücksichtigt, so z.B. in Meiderich (RiP berichtete).

Nur im Bezirk Hamborn gehen die Uhren anders. Hier wurde bereits im Frühjahr 1999 eine Führung der geplanten Velorouten durch die Bazarstraßen abgelehnt. In November gab es auf Anregung des ADFC bei einer neuerlichen Vorlage des Routenkonzeptes den Versuch, dies zu ändern. SPD, Grüne und das DuisBürgerBündnis scheiterten mit ihrem gut begründeten Antrag am Widerstand der CDU und eines Abtrünnigen aus den eigenen Reihen. Im gleichen Zug wurde sogar das ganze Veloroutenkonzept abgelehnt. In allen anderen Bezirken wurde zugestimmt. Welche Konsequenz die Hamborner Abstimmung auf das Veloroutenkonzept haben wird, wird sich auf der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses zeigen, der leider erst nach Redaktionsschluss tagt.

Herbert Fürmann


Der ADFC möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf die Straßenverkehrsordnung hinweisen:

Auch in für Radfahrer freigegebenen Fußgängerbereichen darf nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Der Fußgänger hat höchste Priorität; die Radfahrer sind hier nur geduldet und werden gebeten, Fußgängerzonen mit entsprechender Aufmerksamkeit und angepasstem Tempo zu befahren, um Fußgänger nicht zu gefährden.


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Winter 2001.
Für Nachfragen, Kommentare: Rad-im-Pott@gmx.de