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Rad im Pott Winter 2001 Essen

EFI/ADFC-Fahrradrallye beinahe auch betroffen

Autofreier Tag - nur nicht in Essen!

Essen autofrei - um Gottes willen nein! So oder ähnlich muss Essens Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger reagiert haben, als der Vorstoß der (mittlerweile nicht mehr im Amt befindlichen) Umweltdezernentin Eva-Maria Krüger bekannt wurde. Mit ihrem Umweltamt hatte sie den Vorschlag unterbreitet, dass Essen sich am 22. September stattfindenden Europaweiten Autofreien Aktionstag beteiligen solle. Hierzu aufgerufen hatten die Europäische Union, das Bundes- und das Landesumweltministerium sowie der Deutscher Städtetag mit der Zielsetzung, Wege aufzuzeigen, wie man sich in Städten auch ohne Auto fortbewegen kann. Im Jahr zuvor hatten sich europaweit über 860 Städte in verschiedensten Formen an dem Aktionstag beteiligt.

Nach den Vorstellungen der Umweltdezernentin sollten an diesem Tag die Politiker und Mitarbeiter der Stadt Essen ohne Auto zum Rathaus fahren. Damit sollte auch die Öffentlichkeit zum Mitmachen bewegt werden. Für 2002 plante sie dann eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe, um diesen Aktionstag noch effektiver gestalten und durchführen zu können. Dies alles überstieg wohl die Vorstellungskraft des Oberbürgermeisters. Kurzerhand erklärte er in der Verwaltungskonferenz die Vorschläge zum Altpapier, noch bevor die politischen Gremien diese überhaupt zur Beratung vorgelegt bekamen. Es handele sich um Zwangsmaßnahmen ohne positiven und nachhaltigen Effekt sowie um puren Aktionismus, so die Begründung Reinigers. Auch 2002 werde unter gar keinen Umständen irgend etwas in dieser Richtung vorbereitet werden.

Betroffen von diesem Beschluss war auch das Tiefbauamt. Gemeinsam mit EFI und ADFC wollte man an diesem Tag einen großen Informationsstand auf dem Willy-Brand-Platz zum Thema Radfahren in Essen durchführen. Die Fahrradverbände wiederum wollten hier ihre lange geplante Fahrradrallye durch Essen starten. Als nun der auch für das Tiefbauamt zuständige Planungsdezernent Hans-Jürgen Best von dem geplanten Vorhaben seiner Leute Wind bekam, blies er in vorauseilendem Gehorsam die Aktion ab - und das nur wenige Tage vor dem Veranstaltungstag am 22. September.

Fahrradrallye mit Hindernissen

Damit war aber auch die geplante Fahrradrallye von EFI und ADFC akut gefährdet. Der Grund: Laut einer (neuen?) Verordnung der Verwaltung hätten die Fahrradverbände einen allein betriebenen Infostand auf dem Willy-Brandt-Platz gar nicht genehmigt bekommen. Dieser sollte aber auch gleichzeitig als Startpunkt der Fahrradrallye dienen, was EFI und ADFC bereits seit langem publik gemacht hatten. Auch die Presse hatte über die geplante Fahrradrallye berichtet, so dass diese so kurzfristig gar nicht mehr hätte abgeblasen werden können. Glücklicherweise konnte das für die Genehmigung zuständige Ordnungsamt von diesem Umstand überzeugt werden, so dass der - übrigens sehr gut frequentierte - Infostand dann doch noch genehmigt wurde. Die Fahrradrallye war somit gerettet!

Zur Fahrradrallye gibt es noch anzumerken, dass niemand der Teilnehmer alle 10 gestellten Aufgaben hat lösen können und somit die volle Punktzahl erreicht. Die gestellten Aufgaben waren wohl doch kniffliger als von Vielen erwartet. Gemeinsam gewonnen haben schließlich Ulrich Mikloweit und sein Sohn Leon, sie haben von 37 möglichen Punkten immerhin 35 erreicht. Herzlichen Glückwunsch hierzu auch noch einmal an dieser Stelle.

J.B.


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Winter 2001.
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