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Rad im Pott Winter 2001 Oberhausen

Oberhausen in die Landesarbeitsgemeinschaft aufgenommen

Fahrradfreundliches Oberhausen

Am 31. Oktober war es soweit: Landesverkehrsminister Ernst Schwanholt überreichte im Ratsaal die Aufnahmeurkunde. Damit wurde Oberhausen das 30. Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW" (AGFS). Um aufgenommen zu werden, musste die Stadt Oberhausen ihre bisherigen Anstrengungen für den Radverkehr erfolgreich präsentieren und ihre Planungen erläutern. Zuvor war dDie Auswahlkommission der AGFS radelte wie üblich durch die kandidierende Stadt geradelt, um sich einen Eindruck zu verschaffen (die RAD im Pott berichtete).
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v.l.n.r: Ernst Schwanholt (Landesverkehrsminister), Klaus Wehling (Bürgermeister OB), Peter Klunk (Bau- und Planungsdezernent OB), Harald Hilgers (Geschäftsführer AGFS). Foto: Christian Hohns
Dass sich Oberhausen überhaupt bewarb, geht auf einen einstimmigen Rats-beschluss aus dem Jahre 1999 zurück. Mitglieder der AGFS sind zum Beispiel Troisdorf (seit 1993), Münster (1993), Gladbeck (1993), Köln (1993), Marl (1993), Essen (1995) und Mülheim (1998).

Weitere Infos zur AGFS: www.fahrradfreundlich.nrw.de

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ADFC-Aktion "Bausteine für ein fahrradfreundliches Oberhausen"

Im Frühjahr startete der ADFC die Aktion "14 Bausteine für ein fahrradfreundliches Oberhausen". Bei der Auftaktaktion übergab der ADFC der Stadt einen "nackten" Fahrradrahmen, der durch Abarbeitung jedes Bausteines um eine Fahrradkomponente komplettiert wird. Wie in den letzten beiden Ausgaben bereits geschehen, sollen auch in dieser RiP weitere Bausteine vorgestellt werden. Einen Überblick über die gesamte Aktion finden Sie im Internet unter: www.adfc.de/oberhausen.

Nord-Süd-Verbindungen
Oberhausen ist durch Kanal, Emscher und A42 in Norden und Süden unterteilt. Nachts führt das dazu, dass Radfahrern nur wenige sichere Nord-Süd-Verbindungen zur Verfügung stehen, um von einen in einen anderen Stadtteil zu gelangen. So ist zum Beispiel festzustellen, dass die Radtrasse an der Olga tagsüber eine willkommene autofreie Hauptroute ist, bei Dunkelheit aufgrund der fehlenden sozialen Kontrolle dagegen kaum benutzt wird.

Die wichtigste Verbindung nachts ist die Konrad-Adenauer-Allee (B 223). Es gibt Planungen, die Kreuzung der Konrad-Adenauer-Allee mit der A 42 und der A 516 erneut für den Autoverkehr umzubauen. Noch ist aber unklar, wie der Radverkehr zukünftig an dieser Nord-Süd-Verbindung geführt werden soll. Wichtig ist, dass die Radverbindung ohne Einschränkung weiter bestehen bleibt und dass dieser ehemalige Unfallschwerpunkt für den Radverkehr flüssiger und sicherer zu befahren sein wird. Zudem muss die soziale Sicherheit gewahrt bleiben, so daß sich dort auch nachts Radfahrer sicher fühlen.

Bei Erfüllung dieses Bausteines wird das Rad mit einem Laufrad ausgestattet.

Stahlwerksgelände
Nach dem Abbruch erfolgt der Aufbau - dies gilt auch für das Stahlwerksgelände, das zukünftig als O.Vision touristische Highlights bieten soll. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen ist es Ziel des Projektes, neue und alte Besucher an die Neue Mitte zu binden. Dies stellt zugleich eine anspruchsvolle Aufgabe an die Verkehrsführung dar. Dabei sollte neben einem guten Bus- und Bahnangebot der Radverkehr eine wichtige Rolle spielen. Geeignete Trassen und zielnahe, hochwertige Abstellanlagen sind dabei wichtige Elemente. Bezüglich des Radverkehrs sollte ein Arbeitskreis die Neugestaltung des Stahlwerksgeländes konstruktiv begleiten. Zudem stehen als der Planung Änderungen an der Konrad-Adenauer-Allee (B 223) zwischen der A 42 und Eisenheim sowie an der ÖPNV-Trasse südlich des Rhein-Herne-Kanals (Abzweig zum Stahlwerksgelände) an. Hier bieten sich für den Radverkehr große Chancen. Es besteht aber auch das Risiko, dass der Radverkehr in puncto flüssiger und sicherer Verkehrsführung nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Bei Erfüllung dieses Bausteines würde das "nackte" Rad mit einem Laufrad ausgestattet.

Wintersplitt
Auch wenn die Winter in den letzten Jahren zunehmend milder geworden sind, muss immer wieder wegen Glatteis und Schnee gestreut werden. Dabei wird von den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (Wbo) seit Jahren möglichst wenig Salz eingesetzt, was nicht nur der Umwelt zugute kommt, sondern auch Fahrradteile schont. Nicht ganz unproblematisch ist jedoch Wintersplitt, da er scharfkantig sein kann und sich damit in Fahrradmäntel frisst. Ein überflüssiges Ärgernis, da es auch fahrradfreundlicheren Splitt gibt, welcher weniger Schäden an Mänteln und Schläuchen nach sich ziehen kann.. Da Radverkehr auf nahezu allen Straßen stattfindet, sollte zukünftig nur noch dieser Wintersplitt beschafft werden. Bei Erfüllung dieses Bausteines wird das Rad mit einem Mantel und einem Schlauch ausgestattet.

Bu.S./CA


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Winter 2001.
Für Nachfragen, Kommentare: Rad-im-Pott@gmx.de