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| Rad im Pott Frühjahr 2000 | Fahrradstationen |
Mit rund 3.000 Stellplätzen hat die Radstation Münster eine bislang nicht bekannte Größe erreicht. Darüber hinaus werden dort Serviceleistungen angeboten, die es anderenorts nicht gibt. Bisher einmalig ist zum Beispiel die Fahrradwaschanlage, die, so Hundt "rege genutzt" wird. Für 6,50 Mark kann der Velo-Besitzer die lästige Arbeit maschinell erledigen lassen. Selbst Hand anlegen müssen die Kunden, wenn sie ihr Rad deponieren wollen. "Anders wäre das mit dem Personalbestand nicht zu schaffen", erklärt Hundt. Fünf Vollzeitkräfte und drei Aushilfen sind schichtweise von 5.30 bis 23 Uhr im Einsatz; am Wochenende nimmt die Radstation um 7 Uhr ihren Betrieb auf.
Eröffnet wurde die Anlage am 12. Juni, und sofort nutzten 800 Radfreunde die Gelegenheit, sich das Einführungsticket zu bestellen, mit dem sie sich ein Jahr lang einen Parkplatz sichern. Insgesamt ist die Radstation bisher zu einem Drittel ausgelastet. Für den Anfang ist Hundt damit zufrieden, gilt es doch zunächst einmal alles "ordentlich in den Griff zu bekommen". Hauptnutzer des Serviceangebotes sind Berufspendler aus dem Münsterland.
16 bis 18 Stunden hat Hundt in der ersten Woche an seinem neuen Arbeitsplatz verbracht. Inzwischen sind es zwölf bis 14. Hundt: "Bis wir hier so richtig Boden unter den Füßen haben, wird es noch etwas dauern." Zu tun gibt es mehr als genug: Das Servicepersonal kontrolliert die Räumlichkeiten, verkauft Karten, nimmt Reparaturen an, verkauft Ersatzteile und hilft bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten beim Ein- oder Ausparken. Etwas skeptisch reagierten die Kunden zunächst auf den sogenannten Velovator, ein völlig neues Fahrradhängesystem. Wer sein Rad in der "oberen Etage" parken will, zieht zunächst an einem Zughaken und damit zwei Seile mit Haken zu sich. Dort werden Lenker und Sattel eingehakt. Ein leichter Griff am Zughaken reicht, um das Rad nach oben gleiten zu lassen. Das System funktioniert so gut, dass sich die anfänglichen Bedenken der Kunden inzwischen völlig aufgelöst haben.
Beim Bau der unterirdischen Radstation wurde Wert auf einen transparenten Eingangsbereich gelegt. Durch die Metall-/Glaskonstruktion fällt Tageslicht in die Radstation. Die Radfahrer gelangen über eine Rampe zur Radstation. Der 13prozentige Neigungswinkel sorgt für eine unproblematische Auf- und Abfahrt. Ein Tor ermöglicht, die Station nachts zu verschließen, um Fahrräder und Einrichtung vor Diebstahl und Vandalismus zu schützen.
Martina Kefer
ADFC-Nachrichten für NRW
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