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Rad im Pott Frühjahr 2000 Im Pott

Der lange Weg zum Faltrad

Gut Ding will Weile haben

6 Uhr 30, irgendein Morgen im Winter 98/99. Es hat die ganze Nacht geschneit, und die Verkehrsdurchsagen im Radio nehmen kein Ende. Auch ich werde mich gleich ins Autogewühl stürzen....Der Anlasser stottert vor sich hin, aber der Wagen springt nicht an. Es ist aussichtslos. Und nun? Taxi nach Duisburg-Huckingen? Zu teuer. S-Bahn? Die Haltestelle Essen-Frohnhausen liegt gut und gerne zweieinhalb Kilometer entfernt. Mit dem Fahrrad könnte es allerdings noch klappen...aber die Fahrradmitnahme in S-Bahnen ist werktags zwischen 6 Uhr 30 und 9 Uhr nicht gestattet. Egal. Außergewöhnliche Wetterlagen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen....

Alles klappt, ich werde nicht kontrolliert. Aber ein komisches Gefühl war es schon, wissentlich gegen die Beförderungsbedingungen des VRR verstoßen zu haben. Unterwegs beschleicht mich der Gedanke, ob so ein Klapprad - falsch: Faltrad - etwas für mich wäre. Aber gut einhundert Kilogramm Lebendgewicht auf einem Miniaturfahrrad...?

6 Uhr, irgendein Morgen im Sommer 99. Ein halbes Jahr hat mich die Bequemlichkeit wieder fest im Griff. Aber dieser Morgen ist zu schade, um ihn hinter Autoglas zu verbringen. Also ab aufs Rad und zur Arbeit. 23 kurzweilige Kilometer bis in den Süden Duisburgs. Etwas abgekämpft aber zufrieden gehe ich meiner Arbeit nach. So ein Zwischending, das wäre es. Teils Bahn, teils Rad. Ohne Schweißgeruch aber mit etwas Bewegung im Gepäck der Arbeit nachgehen. Ein fahrradliebender Fußballfreund überlässt mir als Wink mit Zaunpfahl einen Folder über Falträder. Und auch im Internet liest man nur von begeisterten Faltradfahrern.

9 Uhr, irgendein sonniger Tag Anfang Januar 2000. Ein liebes langes Jahr lege ich mir nun schon ein Faltrad in Gedanken zu. Längst ist eine Vorentscheidung über das Modell gefallen. Auch mein fahrradliebender Fußballfreund machte mir unlängst frotzelnd klar, dass es eigentlich nichts gibt, was dem Kauf noch im Wege stehen könnte.

17 Uhr, derselbe sonnige Tag. Einen ganzen Nachmittag lasse ich mich von einem angenehm unaufdringlichen aber sehr kompetenten Verkäufer in Essen-Kray beraten, fahre zur Probe, überlege, entscheide, verwerfe, überlege erneut, ...

23 Uhr, ein ganz normaler Samstag im Februar. Ich bin seit knapp sechs Wochen stolzer Besitzer eines schwarzen für Fahrten zur Arbeit und nur noch selten für sonstige Fahrten. Staumeldungen interessieren mich nicht mehr, dafür höre ich bei Berichten über Zugunglücke plötzlich genauer hin. Die Handgriffe des Faltvorgangs sind mir in Fleisch und Blut übergegangen, und ich frage mich, wieso ich über ein Jahr mit all dem gewartet habe.

Andreas Dümke

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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Frühjahr 2000.
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