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Rad im Pott Frühjahr 2000 Im Pott

EmscherRadPokal

Geschicklichkeit und Phantasie sind gefragt

Wieviel Wasser kann jemand auf dem Fahrrad transportieren? Zum Beispiel mit Flaschen auf dem Rücken im Rucksack; oder in seinem Fahrradtaschensystem; oder im Kanister auf dem Gepäckträger? Oder wenn alles zusammen eingesetzt und ausgenutzt wird? Und wieviel Wasser können dann fünf Leute transportieren, die ein Team sind? Die Emschergenossenschaft will die Probe auf's Exempel machen – und lädt ein zum EmscherRadPokal.

100 Jahre alt wird sie in diesem Jahr, die Emschergenossenschaft. Sie hat bereits vor Jahren damit begonnen, die Betriebswege auf den Emscherdeichen für Fußgänger und Radfahrer nutzbar zu machen. Im Sommer soll der EmscherRadweg von Dortmund bis am Rhein bei Dinslaken durchgehend auf 72 km Länge befahrbar sein. Und fünf Punkte an dieser Route werden zu Ausgangspunkten für Themen-Rundfahrten, die alle natürlich etwas mit Wasser und der Emscherregion zu tun haben.

Radfahrer muss man bekanntlich nicht immer mit der Nase auf alles stoßen, weil sie die für sie interessanten Wege und Durchfahrten schon meistens ganz von alleine finden. Weil die Rundfahrten aber eben etwas mit Themen zu tun haben – Wasser und Industrie, Wasser und Transport, Wasser und Arbeit etc. – werden Tafeln an den Themen-Routen informieren, und es werden die zu den Themen passenden Wasser-Einrichtungen in die Wege einbezogen.

Mit der Freigabe der Emscherwege einher geht eine Wanderausstellung EmscherMobil, die von April bis September in insgesamt 13 Innenstädten zu besichtigen sein wird. Und mit der Wanderausstellung geht einher der EmscherRadPokal. Wo immer die Wanderausstellung Station macht, wird es einen Samstag geben, an dem à la "Spiel ohne Grenzen" Radfahrer eingeladen werden, in 5er-Teams heraus zu finden, wer mit der meisten Phantasie und der größten Geschicklichkeit Liter-Sieger wird. Anhänger sind verboten, aber alles, was auf zwei Rädern zu bewegen ist, ist auch erlaubt. Nur: Die Strecke, über die das Wasser transportiert werden muss, wird in den Städten jeweils zwischen drei und vier Kilometern sein. Es sollte also schon eine gewisse Balance-Sicherheit vorhanden sein. Und ob es Sinn macht, die Räder nebeneinander zu binden oder gar alte Räder aneinander zu schweißen, das muss man überlegen, denn vielleicht sind ja nicht alle Streckenteile für Räder nebeneinander passierbar.

Abfahrtsort ist immer das EmscherMobil, die Wanderausstellung in den Innenstädten. Drei bis vier Kilometer entfernt liegt die Wasser-Station, wo die mitgebrachten Transportgerätschaften gefüllt werden. Zurück am EmscherMobil wird gemessen und gewogen. Abfahrt und Ankunft geht live über die lokalen Radiosender. Und die ADFC-Kreisverbände helfen der Emschergenossenschaft bei der Vorbereitung und Organisation mit Rat und Tat.

Mitmach-Teams sollten sich bei der Emschergenossenschaft anmelden. Die Anmeldekarten liegen ab Mitte März bei den örtlichen Fahrradhändlern aus. Ob wirklich bei allen, ist noch nicht ganz klar, aber es besteht die Hoffnung. Mitmachen können alle, die sich im Besitz eines verkehrssicheren Rades befinden, über den natürlich erforderlichen Ehrgeiz und eine Portion Tüftelgeist verfügen – und vor allem den Spaß an der Sache mitbringen, der ihnen so ein Samstagnachmittag wert ist.

Die Termine für den EmscherRadPokal sind: Oberhausen: 6. Mai, Essen: 27. Mai, Duisburg: 3. Juni, Dinslaken: 17. Juni.

Die Standorte der Wanderausstellung EmscherMobil in sechs rollenden Baucontainern sind in Essen auf dem Willy-Brandt-Platz (Hauptbahnhof), in Duisburg in der Königstraße (Galeria) und in Dinslaken in der Saarstraße/Am Neutor. In Oberhausen muss noch ein neuer Ort gefunden werden, weil am CentrO zur eigentlich vereinbarten Zeit jetzt eine wirtschaftlichere Aktion stattfinden soll.

PS: Auf den Anmeldekarten zum EmscherRadPokal sollen sich Radfahrerinnen und Radfahrer übrigens in der Art einer TED-Befragung auch zu der Frage äußern: Soll denn die Emschergenossenschaft im Spätsommer zu Radler-Bällen einladen?


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Frühjahr 2000.
Für Nachfragen, Kommentare: Rad-im-Pott@gmx.de