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Rad im Pott Frühjahr 2000 Im Pott

Bewachung - Verleih - Service - Information

Radstationen im westlichen Ruhrgebiet

Im Rahmen des von der rot-grünen Landesregierung ins Leben gerufenen Aktionsprogramms "100 Fahrradstationen in NRW" konnten inzwischen 27 derartige Einrichtungen ihre Eröffnung feiern. Die jeweiligen Kapazitäten sind sehr unterschiedlich, sie reichen von etwa 100 Einstellplätzen bis hin zur Mega-Station in Münster mit 3000 Einstellplätzen. Im Einzugsbereich der RAD im Pott gibt es derzeit vier bestehende und zwei konkret geplante Radstation. Hauptzweck einer Radstation ist natürlich die Möglichkeit zum diebstahlsicheren und wettergeschützten Abstellen von Fahrrädern innerhalb oder in der
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Eingang einer Radstation
unmittelbaren Nähe von Bahnhöfen, also an Örtlichkeiten, wo Räder überwiegend für viele Stunden abgestellt werden. Wesentliches Merkmal ist dabei die während der Öffnungszeiten ständige Anwesenheit von Mitarbeitern und die damit gewährleistete Bewachung der eingestellten Räder. Das Personal bietet auch weitere Serviceleistungen wie das Reparieren und Reinigen von Rädern sowie den Fahrradverleih an. Auch Radkarten aus der Region und weitere Informationen sind dort erhältlich.

Die Konditionen für einen bewachten Stellplatz für Fahrräder sind einheitlich: Ein Tagesticket kostet 1 DM, ein Monatsticket 12 DM sowie ein Jahresticket 120 DM. Ein mehr als günstiger Tarif, wenn man bedenkt, dass man jedesmal sein Fahrrad unversehrt und trocken wiederbekommt. Nun zu den Radstationen:

Duisburg Hauptbahnhof: Einen neuen Anlauf nehmen zur Zeit die Planungen einer Radstation am Duisburger Hauptbahnhof. In der letzten Wahlperiode scheiterte die Errichtung unterhalb des Kinos am Ostausgang an der SPD-Ratsfraktion. Auch die anschließenden Bemühungen, zusammen mit einem interessierten Duisburger Fahrradgeschäft einen Durchbruch zu erreichen, waren bisher nicht von Erfolg gekrönt. Neuen Schwung hat die Angelegenheit jetzt durch die Vorschläge des ADFC Duisburg an die rot-grünen Kooperationspartner im Rathaus gewonnen. SPD und Grüne unterstützen ein verstärktes Engagement der Verwaltung. Derzeit prüft sie gemeinsam mit der ADFC-Entwicklungsagentur neue Möglichkeiten.

Essen Hauptbahnhof: Die Radstation im Hauptbahnhof befindet sich noch in der Anlaufphase, wurde sie doch erst im September des vergangenen Jahres eröffnet. Sie befindet sich in der ehemaligen Expressgutabfertigung unmittelbar neben dem Haupteingang - idealer geht es nicht! Dabei bietet sie auf 250 qm Platz für zunächst 180 Fahrräder. Betreiber der Radstation ist die "Neue Arbeit der Diakonie Essen", die bereits seit über 10 Jahren die Fahrradwerkstatt "Freilauf" in der Gerlingstraße mit Erfolg betreibt. Ein Manko sind In den Augen von EFI und ADFC derzeit noch die Öffnungszeiten, vor allem abends und an den Wochenenden: von Montag bis Freitag von 6.00 bis 22.00 Uhr, Samstag von 8.00 bis 16.00 Uhr und Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr; Infos unter 0201 / 248 56 05.

Essen Altenessen Bf: Nach früheren Verlautbarungen der Stadt hätte diese Radstation eigentlich längst eröffnet sein sollen. Vor Ort ist aber nicht einmal ansatzweise etwas zu sehen. Die ursprünglich auch als IBA-Projekt konzipierte Radstation soll 172 Rädern Platz bieten, Betreiber soll dabei ebenfalls die „Neue Arbeit der Diakonie“ sein. Wann die Radstation Altenessen nun wirklich fertig werden wird, konnte (oder wollte) bei der Stadt derzeit niemand sagen, EFI und ADFC rechnen jedenfalls nicht mehr mit einer Eröffnung vor 2001.

Mülheim: Schon gut etabliert sind die beiden Mülheimer Radstationen im Hauptbahnhof und im S-Bahnhof Styrum. Damit ist Mülheim eine der wenigen Städte, die zwei Radstationen haben; das gibt es sonst nur in Holland und in Japan! Die Station im Hauptbahnhof liegt etwas versteckt am nur schwach frequentierten Dieter-aus-dem-Siepen-Platz (Eingang zum Reisezentrum). Die Radstation in Styrum ist in einem recht kleinen S-Bahnhof untergebracht, der jedoch gut frequentiert wird. Empfehlenswert ist auch der Besuch des Kiosks, den die Radstation dort betreibt. Die Mülheimer Radstationen haben je etwa 100 Einstellplätze und sind Montag bis Freitag von 5.30 bis 22.30 Uhr und am Wochenende von 8.00 bis 18.30 Uhr geöffnet. Betreiber ist PIA, die Paritätische Initiative für Arbeit. Ein besonderer Service ist "Shop and go!", ein Lieferdienst der Radstationen in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel, der nur 5 DM kostet (die RAD im Pott berichtete). Mehr Informationen dazu unter 0208 / 44 44 605 (Hauptbahnhof) oder 40 20 00 (Styrum).

Oberhausen Hauptbahnhof: Eine der ersten Radstationen im Ruhrgebiet war die in Oberhausen, betrieben von ZAQ, dem Zentrum für Ausbildung und Qualifikation. Da der Umbau des Hauptbahnhofs inzwischen abgeschlossen ist, konnte auch die Radstation ihre Fläche erweitern und ist nun mit 362 Stellmöglichkeiten die größte Radstation weit und breit. Neben der Bewachung von Rädern sind Reparatur und Verkauf ein wichtiges Standbein für sie geworden. Geöffnet ist sie Montag bis Freitag von 6.00 bis 22.00 Uhr und am Wochenende von 8.00 bis 18.00 Uhr. Direkt neben der Straßenbahnhaltestelle am Bahnhof gelegen, bietet sie sich übrigens nicht nur für Bahnkunden an! Telefonisch ist die Radstation unter 0208 / 85 51 74 zu erreichen.


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Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Frühjahr 2000.
Für Nachfragen, Kommentare: Rad-im-Pott@gmx.de