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| Rad im Pott Winter 1999 | Essen |
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| Die Radstation im Hbf Essen |
Ein Tagesticket für einen bewachten Stellplatz kostet 1 DM, ein Monatsticket 12 DM, ein Jahresticket 120 DM. Ein günstiger Tarif, wenn man bedenkt, daß man damit praktisch eine Garantie bekommt, sein Rad jedesmal unversehrt wiederzubekommen. Hauptkunden der Radstation -- das haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt -- sind Pendler, von denen übrigens gut ein Drittel Auswärtige (z.B. aus Bonn oder aus Haltern) sind, die vom Hauptbahnhof aus per Rad ihre Arbeitsstelle ansteuern. Und es sind auch in der Innenstadt Beschäftigte, die ihre teuren Räder nicht einfach so im Straßenraum stehen lassen wollen. Natürlich stellt die Radstation eine ideale Abstellmöglichkeit für in der City einkaufende Kunden dar, die beispielsweise jetzt in der Vorweihnachtszeit in Ruhe Geschenke aussuchen und sicher sein wollen, ihr Rad anschließend unversehrt wiederzubekommen. Das gilt gerade auch für Besucher des Weihnachtsmarktes sowie der "Essener Lichterwochen" (beide Veranstaltungen liegen praktisch vor der Tür der Radstation!). Hier zahlt sich die zentrale Lage in der Innenstadt aus.
Ein großes Manko in Essen war bislang der Fahrradverleih. Auch dieses Problem wird in der Radstation gelöst. 20 Räder stehen derzeit zur Verfügung (im nächsten Jahr sollen neue hinzukommen), die für 8 DM pro Tag (12 DM pro Wochenende, 25 DM für eine Woche sowie 50 DM für einen Monat) ausgeliehen werden können. Übrigens wurden diese Räder bereits während des gesamten Jahres von der provisorischen Radstation im Handwerkerpark auf Zollverein 10 in Katernberg eingesetzt, wo vor allem anläßlich des IBA-Finales eine große Nachfrage bestanden hat.
Geöffnet ist die Radstation im Hauptbahnhof von Montag bis Freitag zwischen 6.00 und 22.00 Uhr, Samstags von 8.00 bis 16.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10.00 bis 16.00 Uhr. Bezüglich dieser Öffnungszeiten gibt es allerdings noch Diskussionsbedarf, denn vor allem Citybesucher schließt man als potentielle Nutzer der Radstation aus. Kein Kino, kein Theater macht so früh Schluß, als daß man bis 22.00 Uhr sein Rad wieder abholen kann. Und am Wochenende läuft abends gar nichts. Natürlich müssen diesbezüglich auch die Belange des Betreibers und vor allem seiner Mitarbeiter Berücksichtigung finden. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß sich der Betreiber der Radstation in keinem Fall als Konkurrenz zum bestehenden Fahrradfachhandel sieht, sondern als zusätzliches Angebot. Es läßt sich bereits jetzt bilanzieren, daß etliche Radler und Radlerinnen offenbar nur darauf gewartet haben, nun endlich mit ihren hochwertigen Rädern zum Hauptbahnhof bzw. in die Innenstadt fahren zu können, und nicht nur mit einer Schrottmühle -- falls man es in der Vergangenheit überhaupt gewagt hat.
Übrigens -- die DB hat kurz nach der Eröffnung der Radstation die am Haupteingang des Hauptbahnhofes neben dem U-Bahnzugang installierten Fahrradständer -- es handelte sich um nicht mehr zeitgemäße Felgenkillerleisten -- entfernt! Nun sollte man meinen, daß diese völlig antiquierte Abstellanlage direkt auf den Schrott gewandert sei! Mitnichten - seit Mitte November findet sich besagte Felgenkillerleiste nun auf der anderen Seite des Hauptbahnhofes, und zwar hinter dem U-Bahnzugang am Südausgang. Da hätte man doch, wenn an dieser Stelle schon Fahrradständer aufgestellt werden, besser VRR-Bügel installieren können. Aber was sollīs -- in der neuen Radstation sind Fahrräder allemal besser aufgehoben!
J.B.
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