Nach der Kommunalwahl:
Zehn Vorschläge zur Förderung des Radverkehrs an SPD und Bündnisgrüne
Neue Chancen für den Radverkehr bieten sich mit den geänderten
Mehrheitsverhältnissen im Rat der Stadt. Nach der Kommunalwahl im September
erklärten SPD und Grüne, eine Zusammenarbeit anstreben zu wollen. Der ADFC
Duisburg legte beiden Parteien zehn Vorschläge vor, wie die Stadt das Radfahren
in Duisburg sicherer und attraktiver machen soll. Vorstandssprecher Christian
Martin in seinem Schreiben an die Partei- und Fraktionsvorsitzenden: "In der
letzten Wahlperiode sind im Rat grundlegende Beschlüsse in diese Richtung
getroffen worden: das Positionspapier zum Gesamtverkehrskonzept, das Ja zu
einer Radstation am Hauptbahnhof, der Radverkehrsanlagenplan, das Konzept zu
Bike&Ride und die Velorouten (die drei letzteren Punkte wurden in diesem Jahr
beschlossen). Aus unserer Sicht bieten sie alle eine gute Grundlage, nun eine
erfolgreiche Radverkehrsförderung auch in der Praxis zu betreiben."
Martin warb bei den Politikern für die Förderung des Radverkehrs. Auf diesem
Gebiet biete sich "die Möglichkeit, mit relativ geringen finanziellen Mitteln
sichtbare Verbesserungen für den Radverkehr zu erreichen. Radverkehr fördern
heißt Gesundheit fördern, Verkehrssicherheit erhöhen und Lebensqualität
verbessern."
Die konkreten Vorschläge des ADFC lauten:
- 100 Radverkehrsanlagen schaffen: In den nächsten 5 Jahren sollen 100
Maßnahmen aus dem Radverkehrsanlagenplan umgesetzt werden. Dazu sollen alle
Maßnahmen der ersten Priorität gehören.
- Bestehende Radverkehrsanlagen modernisieren: Radwege sollen mit dem Rad
überprüft werden. Mängel sollen behoben werden. Eine Prioritätenliste soll
aufgestellt und angegangen werden.
- Veloroutennetz knüpfen: Zwei 1999 beschlossene Pilotstrecken eines
stadtweiten Routennetzes sollen zügig eingerichtet werden. Dazu gehört auch
eine Wegweisung. Das gesamte Netz soll in den nächsten 5 Jah-ren realisiert
werden.
- Radstation Hauptbahnhof einrichten: Am Duisburger Hauptbahnhof soll eine
Radstation für Radfahrer, die auch Bus und Bahn nutzen, geschaffen werden.
- 150 Fahrradboxen aufstellen: Die Bahnhöfe der DB AG sollen in den nächsten
fünf Jahren mit 150 Fahrradboxen ausgestattet werden.
- Einbahnstraßenregelungen abbauen: In den nächsten zwei Jahren sollen alle
Einbahnstraßenregelungen, die für den Radverkehr überflüssig sind, abgebaut
werden.
- Fahrradstadtplan herausgeben: Ein Stadtplan zum Radfahren mit Hinweisen zu
empfehlenswerten Routen und schlechten Wegen sowie weiteren Informationen soll
herausgegeben werden.
- Duisburg wird fahrradfreundliche Stadt: Duisburg soll die Aufnahme in den
ausgewählten Kreis der "Fahrradfreundlichen Städte und Gemeinden NRW"
anstreben. Voraussetzung dafür ist die glaubhafte Erklärung des Rates,
Fahrradfreundlichkeit als Ziel der städtischen Verkehrspolitik zu sehen.
Außerdem fordert der ADFC eine bessere Struktur innerhalb der Verwaltung, um
Radverkehrsförderung effektiver als in den letzten Jahren betreiben zu können.
Schließlich macht der ADFC Duisburg auf seine Fach- und Ortskenntnisse
aufmerksam, die von Verwaltung und Politik mehr genutzt werden sollen. Zu
Redaktionsschluss dauerten die rot-grünen Gespräche noch an. Aus Reihen der
Grünen verlautete, sie seien mit ihren Forderungen zum Radverkehr bei der SPD
grundsätzlich auf eine positive Resonanz gestoßen.
Markus Westphalen
Dieser Artikel erschien in der Rad im Pott Winter 1999.
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