|
|
|
Hallo, willkommen bei
kunterBUND
|
|
|
|
Eigentlich sehen wir nur die Haufen, die er macht in Wiesen, Parks, Gärten.
Es sind Haufen aus gelber, roter, brauner, grauer oder schwarzer Erde, je
nachdem, wo er zu Hause ist. Und er ist fast überall zu Hause. Er liebt
krümelige, lockere Erde, Erde, die lebendig ist, in der viele Tiere leben.
Aber wo bleibt der Maulwurf selbst? Das wollen wir in diesem Jahr beobachten.
e i n m a u l w u r f j a h r
Januar
Der Maulwurf arbeitet den ganzen Winter durch. Er lebt unter der Erde und hat dort ein
weitverzweigtes Netz an Lauf- und Jagdgängen gegraben. Wenn er hungrig ist, läuft er durch sein
Revier und macht Jagd auf Bodentiere. Bei Frost muß er oft tiefer graben, um Beute zu finden.
Februar
Der Maulwurf ist etwas kleiner als ein Goldhamster. Er hat einen rundlichen Körper mit kräftigen
Muskeln. Sein samtweiches Fell schimmert blauschwarz. Es ist kurz und dicht behaart - so bleiben
bei der Wühlarbeit keine Erdkrümel hängen. Die Augen und Ohren liegen geschützt im Fell.
März
Der Maulwurf hat breite, kräftige Schaufelhände mit langen, scharfen Krallen. Damit kann er in der
Erde wunderbar graben, kratzen und scharren. In lockeren, weichen und etwas feuchten Böden gräbt
er am liebsten. Hier gibt es die fettesten Regenwürmer - ein Leckerbissen.
April
Der Maulwurf ist ein Einzelgänger. Jeder hat sein eigenes Revier. Nur im Frühling
kommen das Maulwurfmännchen und Weibchen zusammen und feiern Hochzeit.
Danach trennen sie sich wieder und jeder geht seinen eigenen Weg.
So ist das bei Maulwürfen nun mal.
Mai
Ende April, Anfang Mai, bringt die Maulwurfmutter ihre Jungen zur Welt, mal sind es drei, mal fünf.
Sie säugt sie und kümmert sich ganz allein um sie. Nach fünf Wochen sind die Jungen selbständig und
verlassen das Nest. Das Nest liegt unter dem dicksten Maulwurfhaufen an der tiefsten Stelle, etwa
einen halben Meter unter der Erde.Es ist ein kleiner runder Kessel. Die Maulwurfmutter hat es mit
Moos, Blättern, Gräsern und feinen Wurzeln gemütlich ausgepolstert.
Juni
Die Augen des Maulwurfs sind nur stecknadelgroß. Er kann kaum sehen, aber unter der Erde ist es
ohnehin dunkel. Dafür kann der Maulwurf um so besser hören, riechen und fühlen. Mit seinem
empfindlichen Nasenrüssel und den feinen Barthärchen schnuppert und tastet er in den Gängen nach
allem, was kriecht und krabbelt und sich in der Erde versteckt hat.
Juli
Der Maulwurf frißt eine Menge an Bodentieren. Das sind Ohrwürmer, Asseln, Tausendfüßler,
Raupen, Drahtwürmer, Schnecken, Schneckeneier, Ameisen, Spinnen, Fliegen- und Mückenlarven
und junge Mäuse.
Als Insektenfresser hat er gute scharfe Zähne. Damit kann er die harten Panzer von Käfern und
Insektenpuppen ratz, fatz aufknacken.
August
Der Maulwurf kommt ganz selten an die Erdoberfläche. Oben ist es auch viel zu gefährlich.
Da lauern seine Freßfeinde auf ihn - der Bussard, die Falken, Eulen und Raben.
Das kleine Mauswiesel verfolgt ihn sogar unter der Erde. Aber der Maulwurf hat so seine Tricks,
um ihm zu entkommen. Schließlich kennt er sich in dem unterirdischen Dschungel an Gängen noch am
besten aus.
September
Der Maulwurf ist ein großartiger Tunnelbauer. Alle Wege in seinem Revier zusammen sind gut und gern
einen halben Kilometer lang. Von den Maulwurfshügeln aus hat er knapp unter der Erde Jagdgänge
gegraben, die er mit kurzen und längeren Röhren zu einem großen Wegenetz verbunden hat. Von den
Jagdgängen aus laufen Wege zu einem Rundgang, der über seinem Nestkessel liegt. Der Rundgang ist wie ein Hausflur. Von hier aus führen ein paar Röhren schräg herunter in den Kessel und in die
Vorratskammer.
Oktober
Der Maulwurf lockert die Erde mit seinen kräftigen Vorderfüßen, schiebt sie weg und wirft sie mit
scharrenden Füßen hinter sich. Ist die Erde locker genug, bohrt er sich drehend und wühlend in das
Erdreich hinein. Die lose Erde in den Gängen drückt er mit seinem ganzen Körper rundum fest an die
Wände. So ein Maulwurf hat das ganze Jahr über genug zu tun. Er bringt alle Wege in Ordnung. Er
baut neue Tunnel, wenn er nicht mehr genug zu Fressen findet. Er muß schnellstens neue Notausgänge
bauen, wenn Schafe, Rinder, Gärtner, Bauern oder Golfer seine Erdhügel platt gestampft haben.
Eigentlich sollte sich jeder Gärtner über den Maulwurf freuen. Er verputzt eine Menge Insekten, die
seinem Gemüse schaden können.
November
Der Maulwurf legt im Herbst Vorräte für den Winter an.
Er sammelt Regenwürmer, die er zuvor mit einem Biß
gelähmt hat, und trägt sie in seine Vorratskammer.
Dezember
In seinem Nestkessel tief unter der Erde fühlt sich
der Maulwurf vor Feinden sicher. Hier ruht er sich
von seiner anstrengenden Arbeit aus und geht schlafen.
Quellen:
"Hase, Fuchs und Igel" von Detlef Singer, Kosmos Naturführer
"Das Tier" von W. Heiligmann, H. Janus und H. Länge
Ernst Klett Verlag, Stuttgart
alle Rechte bei gnapi essen
|
|
zurück weiter
© 2000-2004
bund-essen@web.de
|
|
|