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aus Marie-Roses Wildpflanzenküche

Rezeptvorschläge für Wildpflanzen als Salate und Gemüse




BRENNESSEL


 Sammelmonat März - Mai / Sept. - Okt.

junge Triebe oder Blätter:
  • sehr fein gehackt auch roh als Salat mit geriebenen Äpfeln und süßer Sahne (sehr fein zerkleinert und stehengelassen verliert das Eiweißgift in den Haaren seine Wirkung; kurzes Erhitzen wie beim Blanchieren führt einfacher und sicherer zur Zerstörung des Reizstoffes).
  • ähnlich Jägerkohl:
    300 g ca. 8 Min. in wenig Wasser gedünstet, abgetropft, grob oder fein gehackt, mit 1 - 2 kg gestampften Kartoffeln verrühren, salzen, mit Milch (1/2 Tasse), Sahne oder etwas Frischkäse und Gewürzen abschmecken, glasierte Zwiebeln zugeben. Bei eingefrorenen Brennesseln günstig, diese in Milch bzw. verdünnter Sahne aufzuwärmen (brauchen nicht zu kochen). 
    dieses Rezept auch mit Giersch in verschiedenen Anteilen
  • Brennesseltorte:
    220 g (tiefgefrorene) Blätter dünsten wie oben, abtropfen lassen.
    25 g Schalotten oder Frühlingszwiebeln glasig braten, Brennesseln zugeben, Flüssigkeit verdampfen, mit Salz, Pfeffer, Muskat würzen, Eier schlagen und über das Gemüse geben.
    Masse auf Mürbeteigboden verteilen, geriebenen Hartkäse (25 g) und Muskat drüberstreuen, mit Butterflöckchen belegen, 30 Min. bei 190° backen

einzelne Blätter:
  • in Suppen (Borschtsch), mit anderen Wildpflanzen in Tomatensoßen z. B. zu Spaghetti
  • Tomatensuppe mit Brennesseln (Rezept auch mit Malven, Giersch, Scharbockskraut u. a.):
    Zwiebeln fein würfeln, in Öl dünsten, gehackte Blätter zugeben, wenige Min. garen lassen, Fleischbrühe zugeben, 20 Min. köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer würzen. Tomatenpüree zugeben, mit etwas Wein und einem Schuß Sahne abschmecken. Bei Scharbockskraut andere Reihenfolge: erst mit dem Tomatenpüree zugeben.
  • Borschtsch (eine der vielen Versionen):
    kräftige Rinderbrühe herstellen (ca. 1 ¼ kg Fleisch), absieben. 1 kg (tiefgefrorene) Brennessel blanchieren, grob hacken. Mehl in ausreichend Butter bräunen, Brennessel und zarte gehackte Blätter von Roten Beeten zugeben, kurz dünsten, Fleischbrühe zugeben und durchkochen; mit Petersilie, Dillgrün und kleingehackten Borretschblättern würzen, ¼ l Sahne zugeben. Zu Eiern, Würstchen, Schinken oder Quark-Pasteten servieren.
  • Klößchen (eine der vielen Versionen):
    Pastinaken in wenig Salzwasser garen, stampfen; blanchierte, abgetropfte Brennessel (auch fein gehackte rohe, Kombination mit anderen herben Wildpflanzen auch sehr gut) zugeben, 1 Ei auf ca. 2 Pastinaken und Semmelbrösel zugeben, bis eine einigermaßen feste Masse entsteht. Klöße in der Suppe aufkochen, ohne Zugabe von Ei brauchen die Klöße nicht mehr gekocht zu werden. Ein Teil der Semmelbrösel kann auch durch Hirseflocken ersetzt werden. Der süße Geschmack der Pastinak nimmt den Brennesseln den herben Geschmack.

    blanchiert und abgetropft sehr gut einzufrieren
    Frühjahrstriebe am schmackhaftesten; Blätter im Sommer strenger; im Herbst nach einer Mahd wieder milder
Stichworte:

Botanischer Name: Urtica dioica
Familie: Brennesselgewächse
Standort: Wegränder, Ödland, Ufer, feuchte Waldstellen, Hecken
Höhe: bis 150 cm 
Blütezeit: Juni bis Oktober
Lebensform: mehrjährig, Vermehrung durch Wurzelstock und Samen


LÖWENZAHN



Sammelmonat März – Mai

- zarte Blättchen
- gebleichte Blättchen: Blumentöpfe über die Rosetten stülpen, nach 2 Wochen ernten
- Wurzeln im Herbst stechen, wie Chicoree in Sand legen, austreiben lassen: Wintergemüse


zarte Blättchen:
  • als Salat allein, oder mit Gänseblümchen, Sauerampfer
    mit Wein-, Obstessig oder Zitronensaft als Marinade
    und einem Hauch Knoblauch würzen; dazu paßt Käse und geröstetes Brot
  • Soße aus Essig, Olivenöl und ½ Teelöffel Senf, Löwenzahnblätter zugeben,
    Würfel aus Schafskäse oder ähnliches unterheben
Mai – Herbst
derbe Blätter und Wurzel:
  • 2 ganze Rosetten und Wurzeln mit Fleisch schmoren, z. B. Gulasch
  • grobgehackte Blätter in Suppen, Eintöpfe jeder Art - in kleinen Mengen: Sommerblätter sind bitter! z. B. Blätter und Wurzel von 1 – 2 Pflanzen in 1 Topf, kleingeschnitten.
derbe Blätter:
  • grob gehackt mit anderen Wildkräutern jeder Art mischen,
    Ei mit wenig Wasser, Salz und Muskat vermischen, mit feinem Mehl glattrühren (2 – 3 Teelöffel auf 1 Ei), mit dem Gemüse mischen, soviel Paniermehl (ca. 2 Eßlöffel) zugeben, bis eine zähe Masse entsteht, wie dicke Pfannkuchen in Öl backen (Tortilla)
    Die Bitterkeit von Löwenzahn, Wegwarte o. ä. wird in diesem Rezept stark gemildert, ohne daß die Wirkstoffe verloren gehen.
    Man kann auch alle möglichen Salat-, rohe Gemüsereste oder Blätter von geschossenem Salat verwerten. Der Geschmack kann durch Zwiebel und Knoblauch oder durch ½ Eßlöffel Obstessig variiert werden.
roh eingefrorene Blätter und Wurzeln: 
sind zum Kochen und Braten so gut wie frische zu gebrauchen.

Blüten:
  • Blüten einschneiden, wenig Salz, eine Prise Zucker zugeben
    2 – 3 Scheiben Frühstücksspeck sehr fein würfeln, knusprig braten, die Würfelchen herausnehmen, vorsichtig 2 Eßlöffel Obstessig ins heiße Fett geben, über die Blüten schütten, sofort servieren! geröstetes Brot paßt gut dazu
  • aus den Blüten kann man honigartigen Sirup herstellen: 3 – 4 Hände Löwenzahnblüten in 2 l Wasser kochen, abseihen, 1 ½ kg Zucker und Saft von 2 Zitronen zugeben. Unter ständigem Rühren eindicken, bis fadenziehender Sirup entsteht. In Gläser füllen.
Stichworte:

Botanischer Name: Taraxacum officinale u. verwandte Arten
Familie: Korbblütler
Standort: Fettwiesen und –weiden, Wildkrautfluren, Wegränder
Höhe: 10 – 50 cm
Blütezeit: April – Juni
Lebensform: ausdauernde, tiefwurzelnde Pflanze



SCHARBOCKSKRAUT

Scharbockskraut

Sammelmonat März

zarte Blätter vor der Blüte! Blätter sind herzförmig, leicht gebuchtet, glänzend, bilden einen Blattteppich, schmecken pikant scharf, sind reich an Vitamin C, verlieren beim Trocknen die Schärfe

frische Blättchen:
  • als Salatgewürz, besonders lecker zu Tomaten
  • als Belag zu herzhaften Crêpes
  • in Omelett
  • als Gewürz auf Suppen, Eintöpfen, Soßen (nicht mitkochen)
  • in Frühlingsquark
  • in Tomatensuppe
Stichworte:

Botanischer Name: Ranunculus ficaria
Familie: Hahnenfußgewächse
Standort: Auenwälder, nährstoffreiche Laubmischwälder, Wiesen
Höhe: dicht am Boden
Blütezeit: März – Mai
Lebensform: Knollenpflanze






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