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Januar/Februar 2004


  • aktuell  + + +   schwerwiegender Eingriff im Hexbachtal

  • aktuell  + + +   Autobahn A52 + + + Privatfinanzierung über Maut?

  • aktuell  + + +   Wohnungsbau in Essen

  • aktuell  + + +   Biologische Station für die Städte MH OB E

  • aktuell  + + +   CD Recycling + + +

 


+ + +  aktuell  + + +   schwerwiegender Eingriff im Hexbachtal   + + +   durch die Stadtwerke Essen geplant  + + +


Neueste Entwicklung:
Kanalbau im Hexbachtal: derzeit steht die landschaftsrechtliche Befreiung an, weil einige Quellen zerstört werden. Die Naturschutzverbände verweigern diese Befreiung, weil die Planung trotz wesentlicher Verbesserungen immer noch schwere Mängel aufweist. Zu Details Marie-Rose Joos: Tel. p. 0201-24 85 486 Betreff: Kanalnetzgenehmigungsverfahren nach § 58.1 Abs. 1 LWG im Hexbachtal, Essen/Stadtgrenze Mülheim

Brief an alle Mitglieder und deren Vertreter des Ausschusses für Stadtplanung (ASP) der Stadt Essen.

Nach einer Beratung durch Wasserbauingenieure ( Siedlungswasserwirtschaft) und Hydrogeologen möchte Ihnen der BUND Essen nun detaillierte Bedenken und Anregungen vortragen:
  • Einige Quellen münden direkt in geplante Regenrückhaltebecken (RRB) und würden dadurch vollkommen zerstört.


  • Dauerhafte Auswirkungen des Kanalneubaus und der Anlage von RRB auf den Bach und die übrigen Quellen sind zu erwarten:
    1. Der Überlauf der RRB in den Bach kann nicht ganz ohne Umbaumaßnahmen am Bach erfolgen.
    2. Ein Trockenfallen der Quellen bzw. des Baches während der Bauphase und darüber hinaus kann nicht ausgeschlossen werden (es fehlen wichtige Daten wie z.B. der Trockenwetterabfluß). Auch wenn Quellen nur zeitweise verschwinden, ist die Lebewelt unwiderruflich verloren, weil keine Zuwanderung von anderen Orten möglich ist. Angaben über eine erforderliche Grundwasserhaltung und deren Auswirkungen auf die Quellen werden im LPB nicht gemacht.

  • Die Auswirkungen der Baudurchführung auf Gewässer und Boden fehlen. So werden im LPB keine Angaben über eine erforderliche Grundwasserhaltung und Auswirkungen auf die Quellen gemacht.
    Des weiteren fehlen die Angaben über den Rohrgrabenverbau. Aufgrund der angegebenen Verlegetiefen kommt hier nach Auffassung unserer technischen Beratung nur ein Spundwandverbau in Betracht. Durch die Erschütterungen beim Rammen und Ziehen dieser Spundwände ist eine Kornumlagerung im Boden zu erwarten, die unter Umständen erhebliche Beeinträchtigungen der Quellen zu Folge hat.
    Weiterhin ist durch die Spundwandarbeiten aber auch durch den Baustellenverkehr (Bagger, Ramme, LKW etc.) eine Verdichtung des natürlich gelagerten Bodens zu erwarten. Ob dieses mit dem Bodenschutzgesetz vereinbar ist, dazu fehlt jede Aussage.


  • Dauerhafte Eingriffe und Umbaumaßnahmen am Gewässer erfordern ein Planfeststellungsverfahren nach § 31 WHG mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Verbände.


  • Als Berechnungsgrundlage für die RRB ist eine 5-jährige Regenhäufigkeit gewählt worden. Es ist sicherlich auch ausreichend, hier eine 2-jährige Häufigkeit zugrundezulegen und die RRB entsprechend kleiner (und damit kostengünstiger) zu errichten. Die unter Umständen einmal in mehreren Jahren zu erwartende Überflutung im Hexbachtal kann sicherlich akzeptiert werden.


  • Alternative Trassen (durch Kruppsches Ackergelände etwas höher als das Tal gelegen, den Bach 1x an einer Brücke querend und das letzte Stück unter der auf Mülheimer Gebiet befindlichen Straße "Hexberg" verlaufend) und Regenrückhalteeinrichtungen (z.B. Stauraumkanäle) sowie alternative Bauverfahren für den Kanal (Inliner, Berstlining) wurden aus Sicht der uns beratenden Wasserbauingenieure nicht objektiv bewertet.
    Die erwähnten Alternativen stellen noch kein geschlossenes Konzept dar, aber Anregungen, die objektiv zu prüfen sind.


  • Der mittlere Bauabschnitt der Kanalbaumaßnahme, der im Vorpressverfahren ausgeführt werden soll, lässt erhebliche technische Schwierigkeiten erwarten. Zum einen ist auch hier die Frage der Grundwasserhaltung nicht behandelt worden (es sind hier die größten Arbeitstiefen zu erwarten), zum anderen ist die Länge der Pressstrecke sehr groß, und die Richtungsänderungen der Pressstrecke an einer Stelle sehr stark, so das hier zu erwarten ist dass diese Pressungen nicht wie dargestellt auszuführen sind. Hier ist zu erwarten, dass eine zusätzliche Pressgrube eingerichtet werden muß, um die Pressländen kürzer zu halten und die Richtungsänderungen zu verringern, da ansonsten die Gefahr besteht, dass der Vortriebskopf stecken bleibt und aufwendig und kostenintensiv freigegraben werden muß.


  • Es gibt auch mögliche andere Flächen für die Anlage von RRB.


  • In vielen Fällen wurde bei Abwägungen zugunsten der kostengünstigsten Variante entschieden. Dem Erhalt noch recht naturnaher Gewässer und Quellgebiete im Ballungsraum sollte u.E. noch mehr gesellschaftlicher Wert beigemessen werden als etwa der Umgestaltung von Abwasserbächen. Für naturnähere Methoden könnten auch Fördergelder für den Gewässerschutz aus Landesmitteln beantragt werden.

Daher bitten wir Sie, dem Planverfahren in der vorliegenden Form Ihre Zustimmung zu versagen.
Essen, den 28.7.00

Abkürzungen:
LWG - Landes-Wasser-Gesetz
ULB - Untere Landschaftsbehörde
LPB - Landschaftspflegerischer Begleitplan
WHG - Wasserhaushalts-Gesetz
UVP - Umweltverträglichkeitsprüfung

Weitere Infos unter www.hexbachtal.de



+ + +  aktuell  + + +   Autobahn A52   + + + Privatfinanzierung über Maut?  


Der Bau der Autobahn A 52 von Frillendorf über Stoppenberg und Altenessen zum Autobahnkreuz Essen-Nord-A 42 ist wieder im Gespräch. Bund und Land haben kein Geld, deshalb wird eine Privatfinanzierung über eine Benutzungsgebühr (Maut) erwogen.
Nach allen bisherigen Untersuchungen werden die Bewohner der betroffenen Stadtteile vom Verkehr nicht entlastet – ganz im Gegenteil. Durch die geplanten Zubringer wird noch mehr Verkehr angezogen. In den vergangenen Jahren sind entlang der geplanten Trasse große Wohnsiedlungen mit Reiheneigenheimen gebaut worden. Für die Bewohner bedeutet der Bau der A 52 ein Verlust an Lebensqualität durch Baustellenlärm, Verkehrslärm, Wegnahme von Grünflächen, Trennung und Zerschneidung ihres Stadtteils und vieles mehr. Die Eigentümer haben zusätzlich noch einen Wertverlust ihrer Häuser.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.A52stoppen.de

 



 + + + aktuell  + + +   Wohnungsbau in Essen + + + 



Zum Problem der zahlreichen Wohnbebauungen, die in den letzten grünen Fleckchen in vielen Stadtteilen geplant sind (derzeit 69 Standorte), hat sich ein Bürgerinitiativen-Netz gegründet. Engagement in Ihrem Stadtteil wünschen wir uns, nehmen Sie Kontakt auf zu Dietmar Matzke, Tel. p. 0201-71 77 57




+ + + aktuell  + + +   Biologische Station für die Städte MH OB E + + + 



Biologische Station westliches Ruhrgebiet kommt, aber ohne Essen. Die Stadt Essen steht auf dem Standpunkt, sie macht schon genug für Umwelt, Natur und Landschaftsschutz. Dagegen nimmt die Station für die beiden anderen MEO-Städte Mülheim und Oberhausen in schnellen Schritten Form an. Mit dabei wird voraussichtlich auch Duisburg sein. Die drei Städte votierten eindeutig für eine Biologische Station und können auf die volle Unterstützung durch Umweltministerium und KVR bauen.
Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitungsarbeit durch die ehrenamtlichen Verbände in Essen hat also wieder einmal der Umwelt- und Naturschutz verloren.

 


+ + + aktuell  + + +   CD Recycling + + +



CD-Recycling: Neben (gemeint auch räumlich neben) den Korkensammlungen soll eine Recyclingschiene für CD’s aufgebaut werden. Leider ist nur „Down-cycling“ zu anderen Produkten möglich und der Rohstoff ist immer noch so billig, daß man für alte CD’s nichts bekommt. Kontakt: Arndt Rüttgers Tel. p. 0201-31 39 25



 






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