ADFC EFI Pressekonferenz 2006

Das neue Vorsitzendenduo des ADFC, Jörg Brinkmann und Karsten Riedl,
präsentiert das gemeinsame
JAHRESPROGRAMM 2006
des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC)
und der Essener Fahrrad-Initiative (EFI).

1. DAS FAHRRADTOURENPROGRAMM 2006

Zum Saisoneinstieg geht es los mit einer Tour quer durch Essen. Im Vordergrund steht dabei die Erkundung von Radrouten in Essen. Gestartet wird am Sonntag, den 2. April, um 9.30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz. Insgesamt 18 Fahrradtouren jeglichen Couleurs bieten ADFC und EFI in diesem Jahr an, angefangen von der einfachen Fahrt für Familien hin bis zur Langstreckentour ins Münsterland. Mit vier erstmalig ins Programm aufgenommenen Touren versuchen ADFC und EFI neue Kreise für das Radfahren zu gewinnen:
  • MTB-Tour im Essener Süden am 7. Mai, eine Tour speziell für Mountain-Biker, wobei das Tragen eines Helms obligatorisch sein sollte,
  • Eisdielentour für Singles am 21. Mai, die Radtour nur für Singles (und Schleckermäuler) mit Extra-Runde als Zusatztraining,
  • Frauenradtour durch Essen am 23. Juli, eine Rundfahrt auf Nebenstrecken quer durch Essen speziell für Radlerinnen,
  • Liegeradtour nach Langenberg am 3. September, eine etwas anspruchsvollere Tour für Liebhaber dieses ausgefallenen Fahrradtyps
  • Etwas ganz Neues versuchen ADFC und EFI Mitte Juni zu offerieren. Auf Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Pfarrer der Essener Altstadtgemeinde, Steffen Hunder, veranstalten die Fahrradverbände einen „Fahrradgottesdienst“ in Ver­bindung mit Sternfahrten aus den Stadtteilen in die City zum Weberplatz, wo dann die Andacht ausgerichtet werden soll. Anschließend ist eine gemein­same Radtour nach Altenessen zum „Bürgerpark“ geplant, wo es einen gemütlichen Ausklang geben soll. Stattfinden wird dies alles am Sonntag, den 18. Juni, gleichzeitig auch deutschlandweiter Aktionstag „Mobil ohne Auto“.

2. RADVERKEHRSPOLITIK 2006

Zweites wichtiges Standbein für ADFC und EFI ist auch 2006 die Radverkehrspolitik. Nach dem immer noch vergleichsweise schlechten Abschneiden der Stadt beim letzt­jährigen deutschlandweiten Fahrradklimatest gibt es hierbei nach wie vor ein rei­ches Betätigungsfeld für die beiden Fahrradverbände. Mit den folgenden Themen wollen sich ADFC und EFI in diesem Jahr schwerpunktmäßig beschäftigen:
  • Abwendung der drohenden Totalstreichungen aller Mittel beim Radverkehr. Ange­sichts der bereits in den letzten Jahren stark reduzierten Investitionen beim Radverkehr sowie den vollzogenen Personalkürzungen in diesem Be­reich – so z.B. die Totalstreichung der Position des Fahrradbeauftragten – halten ADFC und EFI weitere Kürzungen für nicht hinnehmbar. Zumal das Fahrrad hinsichtlich neuer Richtlinien in punkto Luftreinhaltung und Lärmminderung zukünftig weiter an Gewicht gewinnen wird – ganz zu schweigen von immer höheren Spritpreisen!
  • Fortsetzung des Radroutenprogramms vor allem mit preisgünstigen Maß­nahmen, beispielsweise durch die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer  oder durch die Einrichtung von Fahrradstraßen. Damit bestünde auch in Zukunft die Mög­­lichkeit, trotz der finanziellen Probleme der Stadt substantielle Verbes­serun­gen beim Radverkehr zu erreichen. Aber auch Radfahrstreifen an Haupt­verkehrs­straßen sollten man nach wie vor im Auge behalten, denn sie sind nicht nur preis­werter als konventionelle Radwege, sondern anerkanntermaßen auch sicherer als diese.
  • Fertigstellung der Radverkehrswegweisung. Seit 1995 bastelt man seitens der Stadt an einem Hauptradroutennetz, dessen erste Ausbaustufe zu zwei Dritteln auch relativ gut zu befahren ist. Da diese Routen oftmals durch Nebenstraßen führen, die nicht jedem Radler bekannt sind, ist eine spezielle Wegweisung un­um­gänglich. Vor fast sechs Jahren sind nun die ersten Schilder aufgestellt worden, aber immer noch sind nicht alle Rad­routen ausgeschildert. Solange aber noch Schilder fehlen, ist die ge­samte Weg­weisung Makulatur, denn alle Schilder sind auf­ein­ander abgestimmt. Zudem haben sich in einer von ADFC und EFI durch­ge­führten stichpunktartigen Über­prü­fung der Wegweisung etliche Fehler aufgetan, die es noch abzustellen gilt.
  • Fortsetzung der erfolgreichen Initiative zur Umwandlung stillgelegter Bahn­trassen in Radwege. Nach Ansicht von ADFC und EFI gilt es die folgenden Projekte vorrangig zu verfolgen:
    • die Rheinische Bahn (Innenstadt/Berliner Platz – Mülheim – Duisburg-Wedau),
    • die Verbindungsstrecke Altendorf – Bahnhof Bor­beck (parallel zur Wüstenhöfer Straße),
    • die Verlängerung des linksseitigen Ruhr­rad­wan­der­weges vom Holthuser Tal in Über­ruhr bis nach Kupferdreh (parallel zur S9),
    • die Kruppbahn von der Innenstadt in Richtung Bottrop (weitgehend parallel zur Bott­roper Straße),
    • das Rommen­höller Gleis zwischen Rüttenscheid und Bergerhausen.
  • Berücksichtigung des Radverkehrs bei Großprojekten. Dies gilt nach Ansicht von ADFC und EFI vor allem bei der aktuellen Diskussion rund um den Berliner Platz zunächst einmal in Bezug auf die Erreichbarkeit der Universität für den Radverkehr sowie bei dem neuen Karstadt-Einkaufszentrum im Hinblick auf:
    a)  eine gute Erreichbarkeit für Radler (sprich Schließung der seit über zehn Jahren bestehenden Radwegelücken auf der Hindenburgstraße und der Segerothstraße) sowie
    b)   eine ausreichende Zahl von diebstahlsicheren und wettergeschützten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
  • Einhaltung von Qualitätsstandards nicht nur bei neuen Radverkehrsanlagen, sondern vor allem bei Instandsetzungsarbeiten nach Baumaßnahmen.
    In den vergangenen Jahren mussten ADFC und EFI feststellen, dass in verstärktem Maße Radwege nach Baumaßnahmen in qualitativ miserablem Zustand hinterlassen wurden. Die Radfahrverbände fordern diesbezüglich eine wesentlich effizientere Überwachung bei der Instandsetzung von Radwegen. Auch die Führung des Radverkehrs während der Bautätigkeiten ist vielfach katastrophal. So werden Radfahrer ohne irgendeine Absicherung in den fließenden Autoverkehr abgedrängt oder in fast schon unverschämter Manier mit dem Schild „Radfahrer absteigen“ konfrontiert. Nicht umsonst ragte dieser Punkt beim letztjährigen Fahrradklimatest mit der schlechtesten Benotung – einer glatten Fünf – heraus.

Weitere Informationen:
Jörg Brinkmann,  Tel: (0201) 42 21 04
Karsten Riedl,  Tel: (0201) 726 78 01

Wer gerne bei den Radtouren mitradeln möchte, wer sich bei der Radverkehrspolitik einbringen möchte, oder wer schlichtweg gerne Fahrrad fährt, ist jederzeit herzlich bei ADFC und EFI willkommen. Die beiden Fahrradverbände treffen sich gemeinsam jeden 1. und 3. Freitag im Monat ab 19.30 Uhr im „Verkehrs- und Umweltzentrum“ (VUZ) in der Maxstraße 11 in der Innenstadt.

Weitere Informationen z.B. zum Radtourenprogramm erhält man ebenfalls im VUZ freitags von 17.00 bis 19.00 Uhr auch unter Tel: (0201) 23 17 07 oder im Internet unter www.vuz-essen.de.



http://www.vuz-essen.de/adfc/Aktionen/2006/060322_ADFC_EFI_Pressekonferenz.htm , zuletzt geändert am 25.03.2006 -AH-